≡ Menu

Goldsteig Etappe 6 – von Buchenau nach Spiegelau

Die Wetterprognose droht heute Nachmittag mit heftigen Gewittern, so dass man sich fast schier fragt, ob eine Bergwanderung sinnvoll ist. Aber das Wetter ist brav, und es bleibt bei der Bewölkung, die uns willkommen ist, denn es geht gleich schweisstreibend los mit einem vier Kilometer langen Anstieg von Buchenau zurück zum Lindbergschachten, wo wir den Goldsteig gestern verlassen haben.

Einfach schön, diese Schachten

Die heutige Etappe gilt als eine der schönsten im Bayerischen Wald, und tatsächlich lässt sie kaum Wünsche offen. Es ist der Tag der Schachten und Filze. Schachten sind ehemalige Waldweiden und Filze sind Hochmoore. Durch die Filze führen vorwiegend komfortable Bohlensteige. Wir befinden uns heute wieder ganz nahe an Tschechien, auf dem Grenzkamm zu Böhmen.

Wir sind total im Filz

Obwohl heute Fronleichnam ist, also Feiertag, sind nicht allzu viele Wanderer und Mountainbiker unterwegs. Nach dem Latschensee (ein etwas grösserer Tümpel im Latschenfilz) rasten wir das erste Mal. Auf der Bankgarnitur haben sich viele Stinkwanzen niedergelassen, die sich sehr für unsere Rucksäcke interessieren. Ich kann das Sandwich nur halbwegs geniessen, da ich immer ein Auge auf die Käfer halten muss. Ein kühler Wind bläst, und einige Tropfen fallen aus der dicken Wolke über uns, so dass wir tatsächlich für den nächsten Wanderabschnitt unsere Windjacken anziehen.

Wo geht es hier zum Grossen Rachel?

Die ziehen wir aber vor dem letzten Anstieg Richtung Grosser Rachel wieder aus. Der hat es in sich! Der Pfad führt mitten durch den vom Windfall, sauren Regen und Borkenkäfern verwüsteten Urwald. Es ist steil und mutet alpin an, einmal hat es sogar ein Seil und zweimal eine Holztreppe, Trittsicherheit und Kondition sind gefragt. Die Kamera habe ich in den Rucksack gepackt, damit sie mir beim Hochracheln nicht im Weg ist.

Hier entlang!

Unsere heutige Etappe führt uns aber nicht ganz auf den Gipfel, sondern nur bis zum Waldschmidthaus, einem Bergrestaurant knapp unterhalb. Dort haben sich einige Wanderer eingefunden. Wir gönnen uns eine kurze Rast, bevor wir hinabsteigen zum «Gfäll», wo wir mit dem Igelbus nach Spiegelau fahren, wo wir heute nächtigen. Die nette Wirtin vom Gasthof Genosko verwöhnt uns mit Eiskaffee, obwohl sie eigentlich noch geschlossen hat. Auch der Glaspavillon ist zu. Schade, wir hätten uns gerne mit einer neuen Weingläsergarnitur eingedeckt. 😉

Comments on this entry are closed.