Vom Saar-Hunsrück-Steig

by Brige on 12. September 2014, 11:40

in Wanderlust

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Ansonsten … schön war das im Saarland und in Rheinland-Pfalz!

Am Anreise- und am Abreisetag regnete es – und während der zehn restlichen Ferientage genau zwei Stunden. Wir hatten vorzügliches Wanderwetter.

Die Saarschleife ist der Höhepunkt. Dass man sie bereits am zweiter Wandertag sieht, ist vielleicht etwas schade. Der Weg ist sonst nicht spektakulär, aber immer schön, kaum Asphalt, kaum Siedlungen, nur Feld, Wald und Wiesen.

Goretex-Schuhe sind ein Muss, sonst hat man garantiert nasse Füsse.

Man ist etwas gar viel im Wald, findet Christof. Aber die Pilz-Vielfalt ist grandios, finde ich.

Im Saarland hat es überall Schnecken, sogar auf der Speisekarte.

Die Hotels waren im Durchschnitt gut. Am schlimmsten fand ich das leicht nach Schimmel riechende Zimmer im Langenstein in Riveris. Christofs Tiefpunkt war das Restaurant im Keller der Girtenmühle. Beide waren wir enttäuscht vom Restaurant im Parkhotel Weiskirchen; das war keine Viersterneküche. Und das Primavera in Trier hat sicher schon bessere Zeiten gesehen. Ausgezeichnet war das Hotel zur Post in Kell am See: superfreundlicher Service, eine sehr gute regionale Küche – ich genoss eine Bioforelle aus Börfink – und ein grosses, komfortables Zimmer mit HD-TV und WLAN.

Das Essen war deftig wie gewöhnlich auf dem Land in Deutschland. Das Grundnahrungsmittel ist Sahne. Zum Glück haben wir beim Wandern viele Kalorien verbrannt.

Das Bier ist einfach toll, am besten schmeckt es vom Zapfhahn eines Brauhauses (Christofs Beste: Das dunkle Donatus aus dem Hochwälder Brauhaus bei Losheim, das Märzen-Bier der Mettlacher Abtei-Bräu, das Weizen der Kraft Bräu aus Trier).

Nicht zu verachten ist natürlich auch der Riesling, den man flaschen- oder deziliterweise im Restaurant bekommt. Den haben wir ja schon vor drei Jahren auf dem Rheinburgenweg entdeckt. Inzwischen sind wir so richtig auf den Geschmack gekommen.

Kaffee und Kuchen gab es unterwegs leider viel zu selten. In Trier allerdings ist das Angebot traumhaft. Eisschokolade mag ich auch sehr.

Dass unsere Hotels alle praktisch am Saar-Hunsrück-Steig stehen, war sehr angenehm. Auf anderen Wanderungen hatten wir manchmal lange Zustiege zu bewältigen. Am weitesten entfernt war das Parkhotel, aber für ein Viersterne-Zimmer nimmt man gerne zwei Extrakilometer unter die Füsse.

Trier ist eine schöne und interessante Stadt, sogar wenn man Vindonissa direkt um die Ecke hat. Der Extratag hat kaum ausgereicht für die Erkundung.

Für die Strecke zwischen Mannheim und Trier wählten wir zwei verschiedene Varianten: den Hinweg via Koblenz, den Rückweg via Saarbrücken und Kaiserslautern. Das hat sich gelohnt; beide Zugfahrten führten uns durch prächtige Landschaften.

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Saar-Hunsrück-Steig Tag 12: von Trier nach Brugg

by Christof on 11. September 2014, 08:00

in Wanderlust

Der letzte Tag ist schnell erzählt. Abfahrt in Trier Hbf um 08:31, umsteigen in Mannheim, umsteigen in Basel, Ankunft in Brugg um 14:57. Der Mosel-Pfalz-Express führt uns auf dem Streckenabschnitt zwischen Trier und Mannheim zu Beginn nochmals an die Saar, wo wir die ersten Tage gewandert sind. Schön, die Gegend auch einmal aus einer anderen Perspektive wahrzunehmen. Im ICE ab Mannheim gönnen wir uns Chili con carne am Platz. Das stärkt uns für die Post- und Wäscheberge, die zuhause bewältigt werden müssen.

Hinter uns liegen 4.60 Meter Wanderung im Saarland und in Rheinland-Pfalz, so lange jedenfalls ist der ungefaltete Leporello mit der Wanderwegbeschreibung. Hinter uns liegen aber vor allem neun schöne Tage bei bestem Wanderwetter!

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Saar-Hunsrück-Steig Tag 11: Trier

by Brige on 10. September 2014, 09:14

in Wanderlust, Was uns interessiert

Heute wollen wir den Tag gemütlich beginnen und mit einer Moselrundfahrt starten. Um zehn Uhr fährt das erste Schiff. Ich erwarte Betrieb wie am Bürkliplatz und dränge Christof, frühzeitig an der Anlegestelle Zurlauben zu erscheinen. Als wir um halb zehn die Karte für die grosse Rundfahrt lösen wollen, sind wir die ersten, und es ist noch nicht klar, ob die Fahrt überhaupt stattfindet. Verdutzt gehen wir einen Kaffee trinken und versuchen es eine Viertelstunde später noch einmal. Wir haben Glück: Eine fünfköpfige Gruppe hat sich ebenfalls angemeldet.

Also dürfen wir auf die «Undine II», die 300 Personen Platz bietet. Zu siebt absolvieren wir die erste Schleife: eine halbe Stunde flussabwärts und wieder zurück. Das Schiff fährt erstaunlich ruhig, und der Kapitän erzählt uns vom Wein und der einzigen Werft an der Mosel. Als es uns auf dem Oberdeck zu kühl wird, trinken wir im Innenraum einen Cappuccino. Zurück in Zurlauben steigen noch rund zwanzig Gäste zu, und nun geht es flussaufwärts bis zur Talsperre Trier. Unterwegs passieren wir die Römerbrücke und sehen allerlei Interessantes wie zwei alte Lastkräne und die Weinkellerei Leonard Keusch. Wir sitzen selbstverständlich oben zuvorderst auf dem Schiff.

Römerbrücke

Hafenkran

Mit dem Ende der Rundfahrt ist Mittag geworden und wir hungrig. Wir spazieren in die Innenstadt und setzen uns mehr oder weniger ins erstbeste Restaurant, wo wir zur Abwechslung einmal kein Fleisch essen. Ich nehme Suppe, Pfifferlinge und Salat und Christof Suppe und Knödel. Nun sind wir gestärkt für die nächste Sehenswürdigkeit: den Trierer Dom. Da ist aber nicht nur der gigantische Dom zu bewundern, sondern praktisch daran angebaut auch die Liebfrauenkirche und der Kreuzgang. Und nicht zu vergessen: der Heilige Rock. Das ist die Tunika Christi, eine kostbare Reliquie – wenn man es glaubt.

Kreuzgang Trierer Dom

Anschlissend werfen wir einen Blick in die Konstantinbasilika, ein ebenfalls sehr eindrückliches Bauwerk. Noch eindrücklicher ist jedoch ihre Orgel. Sie wurde 1944 durch einen Bombenangriff zerstört und wird seit 1956 neu gebaut. Noch dieses Jahr soll sie fertig werden. «Das neue Instrument wird 87 Register (82 echte Register) auf vier Manualen und Pedal haben (über 6.000 Pfeifen).» Wahnsinn – diese Orgel würden wir gerne hören!

Und schon sind wir wieder etwas hungrig geworden und suchen ein Café auf, das wir gestern entdeckt haben. Zum letzten Mal gönnen wir und dicke Tortenstücke. Abendessen tun wir heute natürlich auch, und zwar bei Becker’s xo. Nach all den Sandwiches (ich hatte 17 in den letzten 9 Tagen), Schnitzeltellern und Salathaufen haben wir Lust auf feine Küche und landen zufällig, aber zielsicher beim Sternekoch. Mich interessierte ja vor allem die vegane Mayonnaise, die ich auf der Karte sah, als wir gestern einen Tisch reservierten. Sie schmeckt dann auch vorzüglich, und der Rest von Hummersuppe bis Quinoa und Schmand ebenso. Das ist ein würdiger Abschluss unseres Aufenthaltes in Rheinland-Pfalz. Morgen fahren wir zurück nach Hause.

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Saar-Hunsrück-Steig Tag 10: von Riveris nach Trier

by Christof on 9. September 2014, 10:00

in Wanderlust

Kurz nach 9 Uhr verlassen wir Riveris und werfen einen letzten Blick zurück auf das verschlafene Kaff.

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In der Nähe von Waldrach macht sich bereits das historische Trier bemerkbar, hier wurde ein Stück der römischen Wasserversorgung wiederaufgebaut.

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Der Weg schlängelt sich entlang dem Ruwertal nach Kasel und dort den Benninger Bach hoch nochmals auf rund 400 M.ü.M. Wenn die feuchten Wege nicht stellenweise von den Mountain-Bikern ruiniert worden sind, dann haben sicher die Wildschweine gewütet, deren Spuren wir auch heute antreffen.

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Brige passiert die Schlüsselstelle der letzten Etappe.

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Dass markante Einzelbäume auf der Wanderkarte vermerkt sind, das realisieren wir erst heute … Hier zum Beispiel eine 400jährige Eiche.

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Jetzt kommen wir wirklich ins Moselgebiet, überall Rebhänge!

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Etwa vier Kilometer ausserhalb Trier endet der Saar-Hunsrücksteig bei einem ausgesprochen hässlichen Parkplatz mit einem überfüllten Abfallkübel und einer total verblichenen Informationstafel zum Steig. Im Wanderführer wird empfohlen, den Bus in die Stadt zu nehmen.

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Wir haben aber noch nicht genug und nehmen den Weg durch die Weinberge nach Trier unter die Füsse. Ein guter Entscheid! Zwar ist es drückend heiss, aber die Strecke ist wunderbar und gibt immer wieder neue Blicke frei auf das Tal.

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Der Weg endet beim Amphitheater an Triers alter Stadtgrenze. Als Brugg-Windischer sind wir natürlich Experten und statten dem Amphitheater sogleich einen Besuch ab. Die Dimensionen sind beeindruckend!

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Ebenso die Möglichkeit, die Räume unter der Arena zu durchqueren.

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Anschliessend marschieren wir weiter zum Hotel und checken ein. Zum Trost für das eher schäbige Zimmer gönnen wir uns nach der Dusche Eiskaffee bei Steipe in der Fussgängerzone. Hier auf dem Hauptmarkt-Platz herrscht bei hochsommerlichen Temperaturen Hochbetrieb, viele Touristen, Strassenmusikanten, ein richtiges Kontrastprogramm für uns nach den letzten Tagen.

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Zur Abwechslung bekommen wir heute zu unserem Lunchpaket zwei Halbliterflaschen stilles Wasser, und nicht nur eine mit wahnsinnig viel Kohlensäure. Christof ist zufrieden. Wir benützen den zweiten Zustieg zum Saar-Hunsrück-Steig und nicht den von gestern. Wir sehen so mehr vom Ort und müssen nichts doppelt laufen. Das Stück dem Waldrand entlang um Kell am See schenken wir uns. Am Rande des kleinen Stausees befindet sich eine Siedlung mit Ferienhäuschen, die wir interessiert begutachten. Besonders die Reihe zuvorderst am See sieht gar nicht einmal so schlecht aus.

Dann geht es wieder einmal bergauf und entlang eines Bachtals in den Osburger Hochwald. Oben erwartet uns ein kleines Naturschutzgebiet: der Weyrichsbruch, das Hochmoor am Rösterkopf. Über einen dreihundert Meter langen Holzsteg überquert man es am Rand und hat so einen schönen Ausblick auf Birken, Torfmoospolster und Pfeifengras. Auch einen hübschen Rastplatz gibt es auf dem «Knüppeldamm», aber wir sind noch nicht hungrig. Also marschieren wir weiter durch den Wald abwärts ins Ruwertal. Bei den «drei Mördern» machen wir eine Pause. Es handelt sich hierbei um drei Findlinge nicht sonderlich beeindruckenden Ausmasses, um welche sich zahlreichen Sagen und Fantasien ranken.

Drei Mörder

Bald folgt eine längere Passage über die Felder bei Bonerath inklusive Aussicht. Bis in die Eifel sähe man hier, wenn es nicht so diesig wäre. Aber wir wollen nicht klagen, das Wetter ist zum Wandern herrlich. Die Sonne brennt uns ordentlich auf den Pelz, jetzt wo wir den tiefen Wald hinter uns haben.

Wanderwetter

Es geht nun hinab zu Riveristalsperre. Da dieser kleine Stausee der Trinkwasserversorgung dient, ist die ganze Gegend Wasserschutzgebiet und demzufolge recht unberührt. Am schönsten Blick auf das glitzernde Wasser der Talsperre steht eine Riesenbank und lädt uns zur zweiten Rast ein.

Riveris-Talsperre

Wir werden ganz faul und schläfrig an der warmen Sonne und müssen uns fast zwingen, den Rest des Weges nach Riveris unter die Füsse zu nehmen. Wir dürfen aber nicht direkt absteigen, sondern müssen nochmals ein Stück bergauf zum «Langenstein», einer hübschen Felsformation aus Quarz.

Unser Hotel mit Restaurant hat heute Ruhetag, und wir müssen dem Wirt telefonieren. Er ist gerade am Einkaufen. Eine Angestellte, die kaum ein Wort Deutsch spricht, lässt uns ein. Hinter dem Haus erwartet uns eine Art Innenhof mit vielen Blumen, Sitzgelegenheiten und sogar Liegestühlen. Dort erholen wir uns von der langen Etappe, befürchten aber insgeheim, kein Abendessen zu bekommen. Kurz nach vier Uhr taucht aber doch noch die Wirtin auf, versorgt uns mit Getränken und verspricht, um sechs Uhr für uns zu kochen. Tipptopp.

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Saar-Hunsrück-Steig Tag 8: vom Grimburger Hof nach Kell am See

by Christof 7. September 2014, 06:03

Zum ersten Mal wach werde ich kurz nach Mitternacht. Die Gäste der vier anderen Zimmer kehren von einem Familienfest auf der nahe gelegenen Grimburg zurück, wir hatten uns schon beim Nachtessen gewundert, wo die anderen Gäste blieben. Einer hat wohl etwas vergessen, denn unterhalb unseres leicht geöffneten Fensters ertönt eine laute Frauenstimme ziemlich verärgert: «Rudolf, […]

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Saar-Hunsrück-Steig Tag 7: von Weiskirchen nach Grimburger Hof

by Brige 6. September 2014, 11:25

Heute steht die Königsetappe auf dem Programm: Rund 20 Kilometer sind es bis Grimburger Hof, dazu einige Höhenmeter. Zuerst machen wir einen Abstecher zur Apotheke, um Hansaplast und Bepanthen zu kaufen, damit mein Knie sauber verpflastert werden kann. Schon auf dem Zuweg von Weiskirchen zum Saar-Hunsrück-Steig fängt es an zu tröpfeln, und alsbald müssen wir […]

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