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Lyrik

Das Leben

by Brige on Montag, 26. Juli 2010

in Lyrik

Hier ist deß Lebens Schatten; dort ist der Leib deß Lebens.
Man greiffe nach dem Leibe, zum Schatten ists vergebens.

Friedrich Freiherr von Logau
(1604-1655)

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Die Unruh kombt von dir

by Brige on Mittwoch, 21. April 2010

in Lyrik

Nichts ist das dich bewegt / du selber bist das Rad /
Das auß sich selbsten laufft / und keine Ruhe hat.

Angelus Silesius
(1624-1677)

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Das grüne Wunder

by Brige on Dienstag, 13. April 2010

in Lyrik

Mein Birkenhain stand weiß und kahl,
Die dünnen Stämmchen fror,
Da kam April und zauberte
Das Leben grün hervor.

Mit einem Schleier angethan
Steht nun mein Birkenhain;
Das grüne Wunder ist geschehn,
Nun laßt uns gläubig sein.

Nun laßt uns glauben wiederum,
Daß Leben Schönheit heißt:
Mein Birkicht ist ein Zauberwald,
In dem das Wunder kreißt.

Otto Julius Bierbaum
(1865-1910)

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Casa Bianca

by Brige on Mittwoch, 28. Oktober 2009

in Lyrik

Man sagte mir, ein Dichter habe hier
seiner Geliebten einst, die zu ihm kam,
den ganzen Pfad vom Ufer bis zum Hügel
in weiße Blüten betten lassen – und
nie wohl verstand ich einen Dichter mehr.

Christian Morgenstern
(1871-1914)

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Im Schnee

by Brige on Samstag, 22. November 2008

in Lyrik

Wie naht das finster türmende
Gewölk so schwarz und schwer!
Wie jagt der Wind, der stürmende,
Das Schneegestöber her!

Verschwunden ist die blühende
Und grüne Weltgestalt;
Es eilt der Fuß, der fliehende,
Im Schneefeld naß und kalt.

Wohl dem, der nun zufrieden ist
Und innerlich sich kennt!
Dem warm ein Herz beschieden ist,
Das heimlich loht und brennt!

Wo, traulich sich dran schmiegend, es
Die wache Seele schürt,
Ein perlend, nie versiegendes
Gedankenbrauwerk rührt!

Gottfried Keller
(1819-1890)

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Punschlied

by Brige on Mittwoch, 12. November 2008

in Lyrik

Vier Elemente,
Innig gesellt,
Bilden das Leben,
Bauen die Welt.

Preßt der Zitrone
Saftigen Stern!
Herb ist des Lebens
Innerster Kern.

Jetzt mit des Zuckers
Linderndem Saft
Zähmet die herbe
Brennende Kraft!

Gießet des Wassers
Sprudelnden Schwall!
Wasser umfänget
Ruhig das All.

Tropfen des Geistes
Gießet hinein!
Leben dem Leben
Gibt er allein.

Eh es verdüftet
Schöpfet es schnell!
Nur wenn er glühet,
Labet der Quell.

Friedrich von Schiller
(1759-1805)

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Glückes genug

by Brige on Dienstag, 28. Oktober 2008

in Lyrik

Wenn sanft du mir im Arme schliefst,
Ich deinen Atem hören konnte,
Im Traum du meinen Namen riefst,
Um deinen Mund ein Lächeln sonnte –
Glückes genug.

Und wenn nach heißem, ernstem Tag
Du mir verscheuchtest schwere Sorgen,
Wenn ich an deinem Herzen lag,
Und nicht mehr dachte an ein Morgen –
Glückes genug.

Detlev von Liliencron
(1844-1909)

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