Mein erster Gips

von Brige am 18. Mai 2008, 15:34

in Heim und Herd

GipsZu verdanken habe ich das unhandliche Teil einem Fuchs, der mir am Freitag Nachmittag auf dem Bruggerberg ins Mountainbike lief, als ich gerade relativ schnell leicht bergab fuhr. Ich hatte keine Chance auszuweichen und stürzte schwer auf die Waldstrasse. Mein rechter Ellbogen sah furchtbar aus und blutete stark, ansonsten hatte ich die üblichen Schürfungen und war benommen. Etwa zehn Minuten benötigte ich schon, bis ich mich so weit erholt hatte, dass ich zurückfahren konnte. Es funktionierte alles, auch das Velo. Ich fuhr direkt zur Familie M., die kennt sich mit Unfällen aus. ;-) Dort war zufälligerweise gerade Solatti zu Besuch, und er fuhr mich in die Notfallstation des Kantonsspitals Baden, wo ich die nächsten vier Stunden verbrachte.

Gebrochen ist nichts, aber ich habe eine 5cm lange tiefe Rissquetschwunde längs über den Ellbogen, gefüllt mit Dreck («ein halber Wald»), und der Schleimbeutel ist zerfetzt, wie der hinzugezogene Orthopäde bestätigt. Das muss man im Operationssaal reinigen und nähen. Wann ich zum letzten Mal etwas gegessen hätte, fragt mich der Oberarzt. «Eine Banane und drei Deziliter Sojadrink um halb vier.» – «Sagen Sie das einfach nicht dem Anästhesisten; sagen Sie zwölf Uhr.» Den Anästhesisten sehe ich aber gar nie, denn im OP herrscht ein solcher Andrang, dass ich keine Chance habe, zu einer vernünftigen Zeit an die Reihe zu kommen.

Also wurde die Operation in der Notfallstation ausgeführt, von einem Arzt, der wohl zu Hause auf Pikett gewesen war, er kam jedenfalls in Jeans und Hemd. Unter Lokalanästhesie wurde die Wunde, die «gar nicht schön» aussah, wie ein Pfleger bestätigte, gründlich gereinigt und der zerfetzte Schleimbeutel wurde entfernt. Dann musste die Blutung ein wenig gestillt und die Wundränder mit dem Skalpell schön angeschnitten werden, damit der Arzt den Riss mit sieben Stichen zunähen konnte. Das Ganze dauerte wohl etwa drei Viertelstunden und wurde immer wieder von schaulustigen Pflegern und Pflegerinnen beobachtet. Es gab eine Riesensauerei: alles voller Blut, Desinfektionsmittel und Spüllösung; der Arzt sah aus, als hätte er gerade ein Kalb auf die Welt geholt. Ich war sowieso dreckig und immer noch in meinem Velozeug.

Zum Schluss kam der mobile Gipswagen, und ein Pfleger verpasste mir einen Gips, um den Ellbogen für die nächsten zwei bis drei Wochen ruhigzustellen, damit die Wunde schön verheilen kann. Einen gespaltenen Gips, genau gesagt, den man abnehmen kann, um die Wunde zu kontrollieren und damit ich den Arm einmal im Tag ganz strecken kann, damit das Gelenk nicht steif wird. Das gehe beim Ellbogen sehr schnell. Ausserdem muss ich 50 Tabletten schlucken: 20 Augmentin und 30 Ponstan, in 10 Tagen. Und eine Tetanus-Impfung bekam ich natürlich auch. Prost Nägeli.

PS: Der Fuchs lief davon, ich hoffe, er blieb unverletzt. Das Velo sieht so weit intakt aus, aber ich werde es kontrollieren lassen.

{ 10 Kommentare… lies sie unten oder füge einen hinzu }

1 Snook 18. Mai 2008 um 16:15

Gute Güte.

Das ist mein persönlicher Super GAU, weshalb ich unter meinen Bikerkollegen als Downhillmemme gelte. Wie die trotz teilweise gravierenden Sturzverletzungen immer noch wie blöd den Berg runter rasen, verstehe ich auf alle Fälle nicht.

Gute Besserung!

2 Forza Juve 18. Mai 2008 um 17:29

Auch von mir Gute Besserung, Frau B.

3 Beat 18. Mai 2008 um 18:11

Autsch! Übel. Gute Besserung!

4 david 18. Mai 2008 um 18:29

Autsch. Das tut nur schon beim Lesen weh. Wünsche auf jeden Fall gute und schnelle Besserung. Und in Zukunft keine derartigen Unfälle mehr. (Am besten wohl gar keine.)

5 Riz 18. Mai 2008 um 18:54

Oh je, wünsche gute Besserung und hoffe, dass Du bald wieder Biken kannst!
Gruess Riz

6 Spoony 18. Mai 2008 um 22:05

Da macht man Fahrtechnikweekends und dann fällt man wegen einem Fuchs! Sachen gibts…
Gute Besserung!

7 sanbra 19. Mai 2008 um 11:01

Tja, trotz aller Sicherheitsvorkehrungen bleibt immer ein Restrisiko… Ich wuensche gute Besserung und hoffentlich kehrt die Freude am Fahren nach Genesung zurueck!

8 haeck 19. Mai 2008 um 11:56

Sind Schleimbeutel nicht völlig überbewertet?
Item, auch von meiner Seite nur die Besten Wünsche für eine schnellstmögliche und komplikationsfreie Genesung!

Hopp FrauB!

9 Als Aargauer unterwegs 20. Mai 2008 um 00:26

Da läuft es mir richtig kalt den Rücken runter. Werde wohl künftig auch wieder etwas vorsichter die Hügel runter fahren.
Wünsche Dir auf alle Fälle gute Besserung und möglichst keine Schmerzen.
liebe Grüsse, Urs

10 Matts 23. Mai 2008 um 10:39

Gute Besserung!

Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: