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Alp Muntatsch

Christof will heute biken und hat sich eine schöne Runde ausgesucht: von Surlej via Stazerwald nach Celerina und Samedan, von dort auf die Alp Muntatsch, dann unter dem Piz Padella zur Bergstation Marguns, weiter zur Corviglia alles der Höhe nach bis schier zur Julierpassstrasse und dann zurück nach Surlej.

Also machen wir uns reisefertig und gehen die paar Schritte zu Fuss zum Sportgeschäft, um Mountainbikes zu mieten. Ich bekomme ein 29er Rocky Mountain aus Carbon, also eines mit grossen Rädern, das teurer angeschrieben ist, als mein Specialized zu Hause gekostet hat. Aber so richtig geniessen kann ich die Fahrt nicht, obwohl das Velo gut ist. Schon im Stazerwald muss ich feststellen, dass heute nicht mein Tag ist: Ich habe keine Kraft und komme schnell ausser Atem. Klar, das sind andere Höhen hier als im Aargau, aber das erste Mal bin ich ja im Oberengadin auch nicht bikend unterwegs.

Von Samedan aus geht es dann die drei Kilometer zur Alp Muntatsch richtig bergauf, und bald muss ich absteigen und zu Fuss gehen. Christof hat Mitleid und schlägt vor, stattdessen ins Val Bever zu fahren. Aber dort waren wir schon ein paar Mal; ich will auf diese Alp, die ich noch nicht kenne. Dort wartet das Mittagessen, und das spornt mich an. Halbkilometerweise (es hat Markierungen) schiebe ich mich und das Bike hoch, ich fahre nur wenig im etwas flacheren Teil. Als ich endlich oben ankomme, sitzt Christof schon lange an einem freien Tisch. Daneben steht ein Schimmel. Nein, ich habe keine Halluzinationen.

Alp Muntatsch

Die Alp Muntatsch wird von einer Südtiroler Familie betrieben und entsprechend sieht die Speisekarte aus. Wir bestellen Kaiserschmarrn und sind glücklich über die riesige Portion, die wir serviert bekommen. Es schmeckt ausgezeichnet, und das liegt nicht nur an unserem Hunger.

Da die Runde von der Alp aus weiter bergauf geht und dies auf einem schlechteren Weg, will ich zurück ins Tal und von dort zurück nach Surlej fahren. Gesagt, getan. Inzwischen hat der Maloja kräftig aufgefrischt und weht uns fröhlich entgegen. Das ist dann auch wie bergauf fahren. Aber mit dem Kaiserschmarrn im Bauch schaffe ich den Weg problemlos zurück. Als wir das letzte Stück auf dem Radweg parallel zur Hauptstrasse fahren, kommt mir eine Gruppe Rennvelofahrer entgegen. Sie fliegen fast in dem enormen Rückenwind und lachen mir ins Gesicht. Es ist fast wie bei Eugen am Gotthard.

Als wir die Bikes zurückgeben, sind wir ordentlich kaputt, also ich auf jeden Fall. Der Verkäufer meinte nur, wir hätten von der Alp weiterfahren sollen, denn es wäre nur noch wenig bergauf gegangen … Na ja, das nächste Mal.

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