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«God Loves Uganda»

Im Dokumentarfilm «God Loves Uganda» zeigt Regisseur Roger Ross Williams am Beispiel des International House of Prayer (IHOP), wie evangelikale Freikirchen aus den USA unter dem Vorwand, Hilfe den Ärmsten der Armen zu bringen und zu missionieren, ihren Einfluss geltend machen und erfolgreich völlig reaktionäre Weltanschauungen exportieren.

Missbräuche kommen gleich mehrfach vor. Zum einen werden junge, idealistische Amerikanerinnen und Amerikaner in Kansas City indoktriniert und als zukünftige Missionare auf das «Abenteuer Uganda» vorbereitet. Zum anderen wird die Bevölkerung Ugandas gegen Homosexuelle aufgehetzt, und zur Bekämpfung von HIV und AIDS wird Enthaltsamkeit als einzige wirksame Waffe proklamiert, denn Kondome seien des Teufels. Schliesslich gibt es eine göttliche Ordnung, die über jeder weltlichen Ordnung steht, die ewig und unverrückbar gültig ist und die in der Bibel genau festgehalten ist. So etwa äussert sich Lou Engle, ehemaliger Chef des IHOP. Es ist kaum zum Aushalten im Film. Furchtbar.

Zum Glück machen sich auch andere Stimmen bemerkbar: ein ugandischer Pfarrer, der jetzt in den USA lebt und kritisch auf diese Entwicklung hinweist, oder ein von der katholischen Kirche exkommunizierter ugandischer Bischof, der sich für die Rechte der Homosexuellen einsetzt. Bei ihnen spürt man viel mehr von Glaube, Liebe und Hoffnung als bei den blutjungen Missionaren, die den Ugandern an abgelegenen Orten mit Hilfe von Übersetzern erklären, sie seien verloren, wenn sie sich nicht zum Christentum bekehrten. Der Dokumentarfilm hat mich sehr nachdenklich und wütend gemacht.

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