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Hochrhöner Tag 5: von der Wasserkuppe nach Schwarzbach

Gestern Abend gab es ein Gewitter. Gerade als wir unser Abendessen verspiesen hatten, fielen die ersten Tropfen, und das Servierpersonal scheuchte die wenigen Gäste, die draussen sassen, ins Haus. Man fürchtete um die riesigen Sonnenschirme, die scheint’s pro Stück 6’000 Euro kosten. Während der ganzen Nacht regnet es immer wieder, aber am Morgen werden die Wolken von einem kräftigen Wind vertrieben. Dieser fast stürmische Wind begleitet uns den ganzen Tag, aber wir sind froh darum, denn auch heute brennt die Sonne wieder intensiv vom blauen Himmel.

Milseburg

Von der Wasserkuppe geht es steil hinab Richtung Abtsroda. Der Weg ist nass und ziemlich rutschig, aber die Ausblicke wieder prächtig. Später erreichen wir die Enzianhütte, die den Namen Hütte nicht verdient, so riesig ist das Haus. Leider sieht es nicht so aus, als würden wir einen Kaffee bekommen, ein Mann ist damit beschäftigt, die Sonnenterrasse für die Gäste herzurichten. Also marschieren wir weiter Richtung Milseburg. Das ist ein richtig felsiger Hügel mit einem zerklüfteten Gipfel. Wir steigen ganz hoch zu den drei Kreuzen und werden vom Wind fast fortgeweht. Eine Bergbeiz hat es auch, aber da riecht es bereits nach Suppe und Würstchen, es ist schliesslich schon nach elf.

Auf dem Milseburger Gipfel

Also marschieren wir weiter durch die malerische Landschaft mit Hügeln, Feldern, Wiesen, Wald und winzigen Dörfern. Im Naturschutzgebiet „Oberbernhardser Höhe“ rasten wir kurz. Eigentlich möchten wir länger Pause machen, aber die Bank steht voll an der Sonne, so dass wir einen Sonnenbrand befürchten. Wenig später folgt ein Landgasthof, das Lothar-Mai-Haus, an schönster Lage, aber Kaffeezeit ist jetzt gerade nicht so kurz vor eins.

Später durchqueren wir Langendorf, auch so ein Kaff Minidorf, das immerhin über einen Gasthof verfügt. Inzwischen ist es richtig heiss geworden. Sobald wir am Windschatten in der Sonne laufen müssen, schiesst uns der Schweiss aus allen Poren. Aber endlich finden wir eine Bank im Schatten einer kleinen Esche, wo wir in Ruhe den Rest unseres Proviantes verzehren können. Im Wald, den wir anschliessend durchqueren, entdecken wir mehrere gigantische Ameisenhaufen. Christof muss als Massstab daneben stehen für das Foto, bis die Ameisen ihn in die Waden zwicken. Kurze Zeit später werden wir von Schwärmen von Bremsen attackiert, die so aggressiv sind, dass wir uns stehenden Fusses mit Antibrumm einsprühen müssen.

Was für ein Ameisenhaufen!

Nun ist es aber nicht mehr weit bis Schwarzbach, wo unser Hotel sogar über einen Minibiergarten verfügt. Und feinen Kuchen haben sie auch (Stachelbeer). Und einen Fernseher in der Gaststube, auf dem wir den Schluss der Tour-de-France-Etappe verfolgen können. Das war heute unsere Königsetappe: 22 Kilometer lang und einfach grandios.

Die Rhön: Land der offenen Fernen

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