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Hermannsweg Etappe 5 – von Dissen nach Halle

Schon gestern Abend irritierte uns im Hotelzimmer ein seltsames kurzes Pfeifen in unregelmässige Abständen, und wir verdächtigten abwechslungsweise den Fernseher, quietschende Sofafedern und die Wasserleitung. Ab fünf Uhr morgens kommt der Ton in immer regelmässigeren Abständen und foltert mich im Halbschlaf, bis ich zwei Stunden später richtig wach bin und den Übeltäter endlich ausfindig mache und entschärfe: Der Rauchmelder meldet «alle 45 Sekunden» (wie Christof im Internet recherchiert) seine abserbelnde Batterie.

Heute sind wir lange unterwegs, und zwar nicht nur, weil wir die zwei Kilometer vom Hotel wieder zurück zum Hermannsweg laufen müssen. Wir wandern viel auf dem Kammweg, und manchmal fühlen wir uns fast wie zu Hause. Der Kalkboden und die Mischwälder erinnern an unsere Jurahügel. Es ist auffallend ruhig heute. Entweder schlafen die Deutschen aus, weil sie gestern nach dem Sieg gegen Schweden lange gefeiert haben, oder sie bleiben zu Hause, weil es den ganzen Tag bewölkt ist.

Fast wie auf dem Kestenberg

Über mangelnde Aussicht können wir uns heute nicht beklagen. Schon oberhalb von Dissen auf der Steinegge stossen wir auf einen riesigen Aussichtsturm, der einen tollen Rundumblick bietet. Später folgt der Luisenturm oberhalb von Borgholzhausen – auch daran gibt es nichts auszusetzen. Nun wird es kurz ein bisschen feucht von oben, aber Regen kann man den Sprühnebel kaum nennen, er dringt nicht einmal in den Wald.

Tolle Aussicht vom tollen Turm auf der Steinegge

Nachdem wir Borgholzhausen durchquert haben, ohne ein offenes Café zu finden, steigen wir auf zur schönen Ravensburg, wo wir uns einen Kaffeehalt gönnen. Zum Glück brauchen wir nichts zu essen, der Koch ist nämlich krank. Im Schlossturm hausen Langohr-Fledermäuse; man darf ihn deshalb nur im Sommer unter Führung besichtigen. Tatsächlich hat sich eine ganze Schar Interessierte versammelt und lauscht den Erklärungen des Fachmannes.

Was blüht denn da?

Und weiter marschieren wir auf und ab und geniessen die Natur und die Kammwege. Auf der Grossen Egge, dem höchsten Punkt der heutigen Etappe, steht ein Sendeturm, aber den kann man nicht besteigen.

Liegt fast so hoch wie Brugg: die Grosse Egge!

Kurz nach drei Uhr erreichen wir Halle, wo wir übernachten. Ja, genau das Halle, wo Roger Federer heute den Final verloren hat.

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