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Hermannsweg Etappe 7 – von Bielefeld nach Hörste

Das Waldhotel Brand’s Busch, in dem wir übernachtet haben, liegt zum Glück fast auf dem Kamm, so dass wir nicht als erstes bergauf laufen müssen. Auch heute wandern wir auf sehr schönen Waldwegen und haben immer wieder Aussicht ins flache Umland. Die erste Attraktion auf der Etappe ist der «Eiserne Anton», einer der wenigen eisernen Bismarcktürme. Obwohl der «Anton» nicht hoch ist, erfordert er Schwindelfreiheit: Man kann von oben bis unten hindurchsehen.

Natürlich besteigen wir den Eisernen Anton.

Auch heute treffen wir immer wieder auf umgeknickte oder entwurzelte Bäume. Da sind wir froh, haben wir nur den bedeckten Himmel zu beklagen und nicht ein solches Unwetter, dass der Wald umfällt.

Zum Glück fliegen uns keine Bäume um die Ohren.

Später überqueren wir die Europastrasse 34, eine dreispurige Autobahn. Danach verzweigt sich der Hermannsweg beim Gasthaus Deppe, so dass man für rund zwei Kilometer zwischen zwei Varianten wählen kann. Ich vermute, dass eine Alternative geschaffen wurde zum Originalweg, der etwa 300 Meter entlang der E34 verläuft. Hat man diese aber überstanden, wird die Route wieder ausgesprochen lauschig. Wir treffen einige Waldgänger an: mit Hunden, mit Walkingstöcken oder Laufschuhen. Einem älteren Paar auf Nordic-Walking-Runde begegnen wir zweimal, und der nette Herr aus Bielefeld erfrecht sich uns zu fragen, warum wir noch nicht weiter gekommen sind – ausgerechnet uns Hochgeschwindigkeitswanderer! (Die Rast erklärt den Rückstand.)

300 Höllenmeter

Es folgt die «Bergstadt» Oerlinghausen, die dekorativ am Hang liegt und oben auf dem Tönsberg mit ihrem Wahrzeichen Kumsttonne aufwartet, einem alten Windmühlenstumpf. Die Flügel gingen bei einem Sturm verloren und sind nie ersetzt worden.

Wo sind meine Flügel?

Das weitere Auf und Ab führt uns schliesslich nach Hörste, wo wir den Hermannsweg verlassen und rund zwei Kilometer zum Haus Berkenkamp laufen, einer abgelegenen, gediegenen Pension. Wir folgen endlosen Getreidefeldern, die netterweise angeschrieben sind, so dass wir nun Weizen, Gerste und Roggen unterscheiden können. Schon bald sitzen wir mit den anderen Pensionären bei Cappuccino und Zitronen-Aprikosentorte im gemütlichen Speisesaal, und ich fühle mich ein wenig wie Miss Marple.

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