≡ Menu

Donauberglandweg – die Fotos

Von allen unseren zwölf Wanderferien in Deutschland waren dies wohl die speziellsten. Schon als wir anreisten, waren die Überschwemmungen ein Thema, und wir wussten nicht genau, was uns erwarten würde. Die Schwäbische Alb wurde zum Glück vom Gröbsten verschont, und wir konnten alle sechs Etappen unserer Wanderung problemlos absolvieren.

Aber jedes Mal, wenn wir einen Blick in die Nachrichten warfen, erwarteten uns neue Schreckensmeldungen. Der Hagelsturm in Zürich und die hohen Pegelstände der Schweizer Gewässer waren da noch das Harmloseste. Die Flutkatastrophe im Westen Deutschlands wartete jeden Tag mit noch mehr Toten auf, und das hat uns natürlich beschäftigt.

Auch die Bilder aus Berchtesgaden und vom Königssee, wo wir letztes Jahr wanderten, haben uns berührt. Die Rodelbahn, die nun vollständig zerstört ist, hat Christof vor einen Jahr noch inspiziert. Als wir am dritten Tag im strömenden Regen wanderten und keine Fotos machen konnten, sagte ich mir: ‹Ich habe nur keine Fotos, andere haben kein Haus mehr … oder kein Leben.›

Schon am ersten Tag auf dem Höhepunkt der Wanderung

Nun aber fort mit den düsteren Gedanken, denn das Obere Donautal ist wunderschön, und wir haben die prächtigen Wanderungen sehr genossen! Die Schwaben sind tolle Leute, wir haben uns total wohlgefühlt und auch einige Male richtig gut gegessen (Zwiebelrostbraten!). Und Fotos haben wir auch viele gemacht, im zweiten Anlauf sogar vom Knopfmacherfelsen, eine Auswahl ist hier zu finden: Donauberglandweg.

{ 0 comments }

Tag 6+1: von Sigmaringen nach Brugg

Nach dem ausgiebigen Frühstück und dem grossen Packen fährt uns der nette Herr Briegel von Langenhart nach Sigmaringen. Einmal mehr staunen wir über ein prächtiges Schloss der Familie Hohenzollern, das am Eingang der kleinen Stadt auf einem Felsen thront.

Dann versucht Christof am Bahnhof erfolglos eine Zeitung zu kaufen, bevor wir in den Regionalzug einsteigen, der uns nach Tuttlingen bringt. Wir brauchen aber keine Zeitung, der wir fahren durch das Obere Donautal und geniessen die Aussicht auf den Weg, denn wir in den letzten Tagen zu Fuss zurückgelegt haben. Wir repetieren rückwärts: Gutenstein, Rabenfelsen, Tiergarten, Schaufelsen, Hausen im Tal, Schloss Werenwag und so weiter … ein schöner Abschluss!

In Tuttlingen müssen wir eine Dreiviertelstunde auf unseren Zug warten, der uns dafür direkt nach Zürich fährt. Christof versucht nochmals erfolglos eine Zeitung zu kaufen, aber auch hier herrscht «Servicewüste Deutschland».

Die Heimreise verläuft angenehm ruhig. Nach dreieinhalb Stunden kommen wir in Brugg an und schmieden bereits Pläne für die restlichen Sommertage der Woche.

{ 1 comment }

Unser Landgasthof, der Briegel-Hof in Langenhart, liegt abseits der Route, also fährt uns Grossvater Briegel mit dem Auto zum Startort. Er wählt extra eine neue Route, damit wir auch „etwas zu sehen bekommen“. Wir fahren direkt nach Gutenstein, dem Endpunkt der heutigen Etappe und von dort aus donauaufwärts zum Startpunkt nach Hausen im Tal. Die Strecke ist gewunden, wir passieren auch zwei kurze, nur einspurig befahrbare Tunnelstücke und der Blick über die Talebene und in die Höhen ist grandios. Kein Wunder, war gestern so viel Ausflügler-Betrieb, vor allem Motorräder waren auf der spektakulären Strecke unterwegs.

In Hausen im Tal schultern wir die Rucksäcke und folgen der Donau, die immer noch viel Wasser führt. Stellenweise tritt sie über die Ufer. Das Wetter ist schön und die Sonne brennt um zehn Uhr schon ordentlich heiss ins Tal.

Entlang der Donau.
Hoher Wasserstand.
Bahnübergang mit Anrufschranke; die geht nur auf, wenn man sich links bei der gelben Box meldet.

Bei Nendlingen zweigen wir ab, steigen durch das feuchtwarme Reittal hoch und folgen jetzt der Krete auf der linken, nördlichen Seite der Donau. Der Tourenbeschrieb weist auch heute auf verschiedene Aussichtspunkte hin, die man nicht verpassen dürfe. Wir sind ja diesbezüglich gebrannte Kinder und statten jedem Aussichtsfelsen einen Besuch ab. Mühlefels und Schaufelsen bieten schöne Blicke ins Tal.

Aufstieg zur Krete.
Beim Schaufelsen.
Blick talabwärts.
Kalkpfeiler mit Kreuz.
Brige auf dem Schaufelsen.

Bei der Ruine Falkenstein rasten wir. Hier ist alles zugewachsen, und auf den Mauern herumklettern darf man nicht. Wenn die Aussicht fehlt, kann man sich umsomehr auf das Lunchpaket vom Briegel-Hof konzentrieren. Wir sind ausgestattet worden mit je zwei Brötchen, davon eines ein richtig gutes kleines Zwirbelbrot, drei (!) Trockenwürsten, einem harten Ei, einem Radieschen, einer Aprikose und einem Babybel-Käslein. Eine tipptoppe Sache.

Ruine Falkenstein.

Vom Falkenstein geht es wieder ganz hinunter zur Donau bei Thiergarten und gleich wieder hoch zum Rabenfelsen, einem der gewaltigsten Albfelsen hier in der Gegend.

Kurz vor Thiergarten.

Die senkrechte Kalkwand erhebt sich wohl gut 50 Meter senkrecht über dem Talboden. Davon sehen wir aber vorerst nichts, wir nähern uns dem Felsen von hinten und da sieht alles harmlos aus. Erst als wir die letzten Meter hochkraxeln, um über die Kante zu sehen, verschlägt es uns den Atem. Es geht einfach ungschützt senkrecht runter … Auch hier ist die Aussicht beeindruckend. Brige kann es kaum glauben, dass da kein Geländer vorhanden ist. Dafür sehen wir links in der Kalkwand Installationen der Kletterer – nichts für uns!

Direkt unter uns die Strasse und die Eisenbahnlinie.
Zehn Zentimeter vort Briges Hand geht es senkrecht runter.
An der Kalkwand links wird geklettert. Aber wir sehen keine Seele.

Beim Bergtourenportal HIKR finden sich weitere Bilder vom Rabenfelsen.

Von jetzt an geht es leicht fallend Richtung Gutenstein, das mit einem schönen Picknick-Platz aufwartet. Dort verzehren wir den Rest des Lunchpakets, und weil sich unsere Beine noch gut anfühlen, beschliessen wir, noch den Weg zurück zum Landgasthof Brigel-Hof anzuhängen.

Unterwegs nach Langenhart.
In fünf Minuten gibt es ein Bier …

Eine Stunde später treffen wir dort ein, zufrieden und müde und bereit für ein grosses Radler (Christof) beziehungsweise eine Schorle (Brige).

{ 0 comments }

Tag 5: Donau-Zollernalb-Weg Etappe 1

Heute wechseln wir den Fernwanderweg; der Donauberglandweg hat nur vier Etappen, und diese haben wir bereits hinter uns. Es geht aber nahtlos weiter, und auch die Markierung bleibt dieselbe. Wir starten bei der alten Holzbrücke in Beuron, wo man früher für alles Mögliche Brückengeld zahlen musste.

Dieser Herr ist von der Abgabe befreit.

Nun geht es auf der rechten Seite der Donau stotzig bergauf. Das Wetter ist prächtig, aber die Wege sind immer noch nass, und man wähnt sich in einer Waschküche, denn in der Nacht hat es noch einmal tüchtig geregnet.

Ein letzter Blick auf die Benediktiner Erzabtei St. Martin (Kloster Beuron)

Heute erwarten uns gegen 20 Kilometer Weg und fast 1’000 Höhenmeter, aber die Anstrengung lohnt sich. Zuerst wandern wir auf der linken Anhöhe über der Donau. Heute haben wir uns vorgenommen, keinen Aussichtspunkt zu verpassen. Die ersten beiden heissen «Rauher Fels» und «Eichfelsen», und die Sicht von beiden ist grandios.

Die Donau ist immer noch braun

Dann müssen wir wieder ganz ins Tal absteigen, die Donau überqueren, und auf der anderen Seite hoch zum Schloss Wildenstein.

Dort oben links steht es, das Schloss Wildenstein

Dieses Schloss kann man leider nicht besichtigen, es steht nur den Gästen der darin untergebrachten Jugendherberge zur Verfügung. Auch die vermutlich tolle Aussicht ist den Jugi-Gästen vorbehalten. Ein beeindruckender Platz für ein Lager, denke ich mir.

Aber als nächstes folgt der «Bandfelsen», der sofort unser Herz erobert. Was für ein toller Aussichtspunkt: wunderschön gelegen und mit 270 Grad freier Rundsicht.

Der «Bandfelsen», schöner geht’s kaum
Blick zurück, die Brücke haben wir am Morgen überquert

Es folgen der «Hohle Felsen» und der «Bischofsfelsen» – wir können uns kaum sattsehen.

Schloss Werenwag

Aber langsam werden wir doch müde und durstig, und die letzten Kilometer bis Hausen im Tal ziehen sich, obwohl auch der Schluss der Etappe durch den Wald und über Wiesen sehr malerisch ist.

In Hausen tummeln sich viele Ausflügler, es gibt Minigolf, Kanu, Kajak und Biergarten. Und ausserordentlich viele Motorradfahrer auf der Strasse. Wir setzen uns in einen Biergarten und warten auf unseren Gastgeber, der uns abholt, denn unser Hotel liegt in Langenhart total auf dem Land.

{ 0 comments }

Weil wir gestern Abend auf der Suche nach einer Gaststätte das schmucke Zentrum von Fridingen erkundet haben, kennen wir heute Morgen den direkten Zustiegsweg zur vierten und letzten Etappe des Donauberglandwegs wie unseren Hosensack.

Nachtessen gab’s gestern übrigens im „Scharf Eck“, einem windschiefen, aber sehr gemütlichen Gasthof („schwäbisch, urig-traditionell, oifach schee!“).

Schiefes Scharf Eck.
An der braunen Donau.

Die Route führt zuerst auf dem Radweg entlang der Donau, die immer noch schlammbraun tost. Dann zweigt der Wanderweg ab und es geht im direkten Stich hoch zur Ruine Kallenberg.

Aufstieg zum Kallenberg. Brige weit vor dem Peloton.
Ruine Kallenberg.

Wir schwitzen wie die Pferde, es ist bewölkt, schwül und extrem feucht. Die Ruine ist ziemlich überwachsen, was die Aussicht etwas schmälert, aber immerhin sehen wir auf die Nordseite des Donautals, das hier einem kleinen Canyon gleicht. Kein Wunder, schliesslich wandern wir zur Zeit mitten im Donaudurchbruch.

Im Donaudurchbruch.

Auf der anderen Talseite erkennen wir das Berghaus Knopfmacher und auf dem Felssporn davor Ausflügler, die ins Tal äugen. Wir ärgern uns gleich nochmals, dass wir diese Felskanzel gestern verpasst haben und schmieden Pläne, wie wir einen Abstecher dorthin in den heutigen Tag einbauen könnten.

Berghaus Knopfmacher auf der anderen Seite.

Das folgende Wegstück ist herzlich unspektakulär, es führt im steten Auf und Ab durch den Wald. Aussicht? Fehlanzeige. Auch heute heften wir unseren Blick auf den Boden unmittelbar vor unseren Füssen, das Terrain ist lehmig, glitschig, und Steine und Wurzeln sind seifig. Das macht müde in den Beinen und im Kopf.

Dann aber weitet sich der Blick plötzlich und wir staunen über die atemberaubende Lage des Schlosses Bronnen, das nur über eine Brücke erreicht werden kann. Wir bewundern die Burg, schade, dass sie sich in Privatbesitz befindet, die Aussicht vom Felsen aus stellen wir uns maximal vor.

Auf dem Weg zum Schloss Bronnen.

Unser Weg führt in engen Kehren steil bergab, wir laufen wieder wie auf Eiern, um nicht auszurutschen, umrunden aber erfolgreich den Fels, der Schloss Bronnen trägt. Dann geht’s ein Bachbett hoch zum sogenannten Aussiedlerhof.

Ein Wanderweg oder ein Bachbett?
So entstand obiges Bild.
Blick zurück auf Schloss Bronnen.

Und wenn es Hof heisst, dann hat es Rindviecher, die die Wanderwege ruinieren. Prompt versinke ich links bis zum Knöchel im Dreck.

Der Drecksweg.

Und fluche herzhaft. Fluchen muss ich auch, weil meine Kamera piepst und rot leuchtet; die Speicherkarte ist voll. Also muss Brige übernehmen.

Jetzt geht es leicht fallend bergab zur Donau und ihr entlang. Das Mädesüss riecht fein.

Mädesüss (rechts), Wasser (unten), Erzabtei (hinten):

Bald erblicken wir die Erzabtei St. Martin von Beuron, an der Stirnseite der Abteikirche prangt ein riesiges Bild mit dem heiligen Mantelteiler; ältere Leserinnen und Leser erinnern sich an die frühere Schweizer 100er-Note … Noch wenige Schritte, und wir sind am ersten Ziel, dem Ende des Donauberglandwegs.

Weil wir noch zu wenig müde sind, beschliessen wir, mit Bahn und Bus von Beuron zum Knopfmacherfelsen zu fahren, und den Abschnitt, den wir gestern im strömenden Regen absolviert haben, gleich nochmals unter die Füsse zu nehmen. Da es bis zur Zugabfahrt noch etwas dauert, genehmigen wir uns Eiskaffee und Himbeerkuchen.

Bahnhof Beuron. Trostlos wie die meisten Bahnhöfe an Nebenstrecken.
Am 4. April 1833 kam der Knopfmacher Fidelis Martin vom Markt in Tuttlingen zurück und war mit seinem Pferd auf dem Weg von Fridingen nach Beuron. Auf der Höhe bei der alten Schanze fing es an zu nachten. Dem Knopfmacher erschien das Hardtfräulein, es lockte ihn auf den steilen Felsen hinaus, wo der Knopfmacher und sein Pferd hinunterstürzten. Erst 14 Tage später fand sie der Klosterschäfer von Beuron tot am Fusse des Felsens.
Ich liebe Beamtendeutsch. „Fahrgastverdichtungen“ … „Verstärkerfahrten“ …

Die Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauert nur kurz und wir befinden uns wieder auf dem grossen Parkplatz vor dem Berggasthof Knopfmacher. Dieses Mal geht es direkt zur Felsklippe, die wir gestern verpasst haben und in der Tat, die Aussicht ist beeindruckend! Wir lassen uns Zeit und gucken in alle Richtungen, der Donaudurchbruch lässt uns staunen.

Auf der Felsklippe.
Blick talabwärts.
Blick talaufwärts.

Dann kommt es zu einer Première auf unseren Wanderungen in Deutschland, wir gehen eine Strecke zum zweiten Mal! Auch heute gefällt es uns ausnehmend gut auf der Hochebene, blicken nochmals beim Stiegelesfelsen in die Tiefe, später passieren wir die Kapelle trockenen Fusses, steigen dann ab nach Fridingen und kehren müde, aber zufrieden zurück in den Gasthof Sonne, wo die Wirtin ganz erstaunt ist, dass sie uns nicht – wie eigentlich vorgesehen – in Beuron abholen muss. Ebenfalls im zweiten Anlauf finden wir auch noch den Trocknungsraum für nasse Wanderschuhe.

Ein rundum gelungener Tag also!

Auf der Hochebene.
Die Kapelle, wo wir gestern unter standen.
Im Trockenraum beim Schuhe reinigen.

{ 0 comments }

Das heutige Ziel ist, auf keinem der rutschigen Wege hinzufallen. Insbesondere vor den Serpentinen vom Gansnest hinunter nach Fridingen wird gewarnt. Aber vorerst sieht das Wetter noch ganz passabel aus, bewölkt zwar, aber trocken und einigermassen warm.

Wir verlassen die ausgesprochen hübsche Mühlheimer Oberstadt und machen uns auf den Weg Richtung Kolbinger Höhle. Der Aufstieg ins Donaubergland ist steil, aber kurz. Wir passieren die Mühlheimer Felsenhöhle (Besichtigung nur mit Voranmeldung) und geniessen die Aussicht vom Gelben Fels ins Obere Donautal.

Wir äugen vom Gelben Fels ins Obere Donautal

Nun geht es durch den Wald, und bald queren wir das Hintelestal, welches für seine Märzenbecher (Grosses Schneeglöckchen) berühmt ist. Vielleicht müssen wir mal im Frühling wiederkommen!

Pilzwetter

Bei der Kolbinger Höhle ist nichts los, sie öffnet offenbar erst wieder im April 2022, und die Hütte ist nur samstags geöffnet. Zwischen der Festbänken spriessen die Pilze.

Kein Höhlenbetrieb bis 2022

Also marschieren wir weiter zum Aussichtsturm Gansnest, wo wir neben einer prächtigen Rundsicht auch ein erstes Sandwich geniessen. Der Turm ist das ehemalige Schieberhaus eines Pumpspeicherkraftwerks; das ehemalige Becken ist noch erkennbar.

Gansnest, Schieberhaus, Bärawasser … Wörter lernen wir wieder!

Inzwischen wird der Himmel immer dunkler, aber die berüchtigten Serpentinen ins Tal schaffen wir noch trockenen Fusses. Erst, als wir am gegenüberliegenden Hang wieder aufsteigen, fängt es an leicht zu regnen.

Beim Knopfmacherfelsen sind wir so irritiert vom hässlichen Restaurant, dass wir den tollen Aussichtspunkt verpassen. Gut, ob wir das Kloster Beuron gesehen hätten, ist fraglich, denn die Sicht wird trüber und der Regen stärker.

Es folgt ein prächtiger Abschnitt mit Blumenwiesen, bevor wir den Stiegelesfelsen erreichen, ein imposantes Felsmassiv mit herrlicher Aussicht ins Donautal. Der Himmel hat nun die Schleusen aber richtig geöffnet, eine fette schwarze Wolke hockt über uns, bewegt sich nicht und leert einfach aus, es ist wie unter der Dusche.

Da kommt die Mattheiser Kapelle wie gerufen. Wir setzen uns auf die Bank unter dem Vordach und machen erst mal Pause. Nach etwa einer halben Stunde lässt der Regen nach.

Blick aus der Mattheiser Kapelle
Blick in die Mattheiser Kapelle

Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis nach Fridingen, allerdings ein nasser und rutschiger. Über den Laibfelsen, ebenfalls mit toller Aussicht, steigen wir ab nach Fridingen – ohne umzufallen.

{ 2 comments }

Heute morgen merkt man nichts mehr vom ergiebigen Regen der vergangenen Nacht. Es schont, aber es ist bewölkt.

Wir lassen uns das Vier-Sterne-Frühstück schmecken, ich bestelle Rührei und mache mich über die feine Müesli-Auswahl her. Wir werden auch heute wieder mit einem Lunchpaket ausgestattet. Der nette Hauswirt des Hotels erkundigt sich, ob gestern bei der Wanderung alles geklappt habe, er zeigt uns noch voller Stolz eine der Business Suiten des Hotels (wir hätten ja mit Zimmer 202 das kleinste Zimmer zugeteilt erhalten, was uns eigentlich überhaupt nicht aufgefallen ist, das Zimmer war nämlich sehr grosszügig dimensioniert). Anschliessend fährt er uns zum zum einige Kilometer entfernten Startpunkt der Wanderung – wir wurden kurzfristig vor Reisebeginn vom eigentlich vorgesehenen Hotel in Spaichingen in das Hotel Aurelia in der Nachbargemeinde Aldingen umquartiert.

So sparen wir uns den Aufstieg von Spaichingen zum Dreifaltigkeitsberg und können oben auf der Höhe unsere Tagesetappe in Angriff nehmen. Noch immer ist es trocken. Also trocken im Sinne von „kein Regenfall“, es ist nämlich unglaublich feucht. Wir queren den Heuberg, wo die Wolken tief hängen.

Auf dem Heuberg
Schwarzes Meer oder Nordsee? Wir wandern Richtung Schwarzes Meer …

Die Gemeinde Böttingen streifen wir nur am Rande, wo das Industriequartier für mich eine schöne Überraschung bereithält, findet sich doch hier die Porsche-Garage Merkel, die sich auf die Restauration alter Porsches spezialisiert hat.

Auch schöne Aussichten

Die Route führt dann zum Alten Berg, einer flachen Erhebung mit heideartigem Charakter, lockerem Baumbestand, Wacholderbüschen und zuoberst einer Kapelle, von der sich eine beeindruckende Fernsicht in alle Richtungen böte – wären da nicht die Wolken.

Heidelandschaft am Alten Berg
Kapelle am Alten Berg

Beim Schäferbrunnen im Lippachtal rasten wir, weil wir dort auf einen Unterstand stossen, der uns vom drohenden Regen schützt.

Rast beim Schäferbrunnen. Das Brennholz darf am Trockenen sein, die Touristen sollen selbst schauen, wo sie im Regen bleiben.
Im Schäfertal. Wie immer sind wir mausbeinalleine.

Statt auf direktem Weg zur Lippachmühle führt der Donauberglandweg über eine Schleife wieder in die Höhe und entlang der Krete, wo sich immer wieder Blicke ins Tal eröffnen. Der Weg ist nass, und man muss aufpassen, dass man nicht auf Wurzeln oder Steinen ausrutscht. Dann stechen wir wieder ins Tal hinunter zur Lippachmühle, wo sich ein rechter Bach über die Strasse ergiesst.

„Überschwemmung“ bei der Lippachmühle

Jetzt geht es im Sauseschritt entlang der braugrau schäumenden Lippach dem Etappenort Mühlheim entgegen. Die schnurgerade Strecke weist aber noch einige „Bremselemente“ auf.

Bremse 1
Bremse 2

Jetzt endlich befinden wir uns an der schönen blauen Donau, die uns heute aber braun entgegenkommt.

Endlich: die Donau!
Umgehungsbrücke in der Ebene, die wohl bei Donauhochwasser verwendet wird

Wir logieren auf der anderen Seite der Donau in der Oberstadt, im alten Teil des Städtchens Mühlheim im Gasthaus Theresia gleich gegenüber dem Museum Vorderes Schloss. Die schmucke kleine Altstadt verdient ihren Namen wirklich, das Stadttor datiert von 1200 und das beeindruckende Rathaus von 1416.

Stadttor von 1200
Gasse in der Oberstadt
Das uralte Rathaus
{ 2 comments }