Heute fahren wir mit dem Bus von Kesten zurück nach Kues mit Umsteigen in Mülheim. Wir sind jetzt total routiniert und entspannt, und es klappt auch tipptopp. Belegte Brötchen haben wir auch schnell gekauft, und so marschieren wir über die Moselbrücke nach Bernkastel, wo einer der berühmtesten und besten Rieslingweine produziert wird, nämlich der Bernkasteler Doctor, selbstverständlich eine Steillage. Also ich muss gestehen, dass ich bis gestern noch nie davon gehört habe … vielleicht können wir ihn ja noch probieren.

Wir steigen nun rechts des Doctorberges in einem Seitentälchen hoch und hören plötzlich ein ungewohntes Geräusch, nämlich das Plätschern von Wasser. Man wundert sich, dass tatsächlich noch nicht ganz alle Bächlein ausgetrocknet sind.
Etwa eine Dreiviertelstunde geht es bergauf, zum Glück im schattigen Wald, aber wir schwitzen schon wieder ordentlich. Überhaupt wird der Schweissfilm heute kaum abreissen, es wird wieder deutlich über dreissig Grad heiss. Endlich haben wir den Steilhang überwunden und das Plateau erreicht, wo wir heute ziemlich lange der Bergkante entlang wandern. Es ist eine prächtige Landschaft, die immer wieder tolle Ausblicke bietet.

Es windet heftig bei der Aussicht „Maria Zill“ und ausserdem stinkt es nach Saugülle. Offenbar wird hier oben im Hinterland ein Teil der Schnitzel produziert, die in Deutschland täglich gegessen werden. Wir wandern also weiter entlang der Hangkante und geniessen einfach die prächtige Landschaft.


Gegen Mittag finden wir einen tollen Rastplatz mit bester Aussicht auf die Staustufe Zeltingen. Brötchen essen und dabei den Schiffen zugucken, wie sie durch die Staustufe geschleust werden, ja, daran könnte ich mich gewöhnen.

Interessant ist auch, was man in den Abfallkübeln an den Rastplätzen so findet …

Wir verlassen nun die rechte Seite der Mosel, indem wir in Zeltingen absteigen und dort die Mosel überqueren. Gleich nach der Brücke statten wir dem Kloster Machern einen Besuch ab. Es ist heute kein Kloster mehr, sondern bietet alles für die vielen Mosel-Touristen: Spielzeugmuseum, Ikonenmuseum, Brauerei, Eiscafe, Brauhaus, Weinbistro und Café, Kryptadestille, Barocksaal, Kapelle … wir setzen uns im Bistro draussen unter einen grossen Sonnenschirm und stillen unseren Durst. Christof lässt sich ein hausgebrautes Bier servieren, ich nehme eine Apfelschorle.
Eindrücklich ist auch die Hochmoselbrücke, die wir schon von weitem gesehen haben und auf deren Widerlager (Übergang zwischen der Brückenkonstruktion und dem Erddamm) wir direkt zumarschieren. Das heisst konkret, dass es noch einmal mächtig bergauf geht, denn die Hochmoselbrücke heisst nicht nur so, sie ist mit 158 Metern die zweithöchste Brücke in Deutschland. Wir steigen durch einen aufgegebenen Rebberg hoch und sind froh, haben wir vorher extra getrunken, denn es ist sehr heiss in dem Hang.


Nun ist es nur noch ein Katzensprung durch den Wald hinab nach Ürzig, wo wir heute in einem Hotel nahe der Mosel untergebracht sind.

Das Hotel ist modern, und im Zimmer gibt es nicht nur eine Klimaanlage, sondern auch verstellbare Betten – das haben wir auch noch nie erlebt!
