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Moselsteig Ruhetag in Traben-Trarbach

Traben-Trarbach und Wangen bei Olten – wer kennt beide Ortschaften? Wir!

Ausschlafen ist schwierig, denn es ist heiss im Zimmer, so dass wir die Fenster offen haben, und das Hotel liegt an einer Durchgangsstrasse in Traben, auf der ab 6 Uhr fleissig der Verkehr rollt, es ist schliesslich Dienstag. Für uns Touristen gibt es heute leider nicht viele interessante Angebote in der Umgebung. Aber wir haben eine Möglichkeit gefunden, den Ort zu erkunden, nämlich mit einer Lauschtour! Wir laden uns die Lauschtour-App aufs Handy sowie den „Stadtrundgang Traben-Trarbach“ und los geht’s! Die App führt uns durch den Ort und erzählt uns spannende Geschichten über die Stadt, es ist wirklich sehr gut gemacht. Wir hören, sehen und staunen.

Es gibt noch einige alte Riegelhäuser im Ort, die den Grossbrand von 1876 überstanden haben. Die krummen Balken sollen Weinranken darstellen.

Neben den Riegelhäusern fallen die Bauten aus Schiefergestein auf.

Wir lernen, dass Schieferhäuser nicht verputzt werden müssen, da Schiefer wasserabstossend ist.

Um 1900 blühte der Weinhandel in Traben-Trarbach und viele reiche Winzer liessen sich Häuser vom Architekten Bruno Möhring bauen. Er hat auch die Brücke zwischen Traben und Trarbach erstellt, vom Original steht nur noch das Brückentor in Trarbach.

Möhring zählte zu den bedeutendsten Architekten des Jugendstils in Deutschland.

Auch das Jugendstil-Hotel „Bellevue“ ist Möhrings Werk.

Eingang mit prächtigen Buntglasscheiben. Uns beeindrucken aber auch die Hochwassermarken am Pfosten links von der Treppe.

Wirklich aussergewöhnlich an Traben-Trarbach ist die „Unterwelt“. Die Stadt war um 1900 eine der bedeutendsten Weinhandelsstädte. Aus diesem Grunde wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Kapazitäten der Weinkeller vergrössert und grosse Flächen des Stadtkerns mit teilweise über 100 Meter langen Gewölben unterkellert. Schade, dass heute keine Führung durch diese Kellter stattfindet, es wäre dort mit 12 Grad angenehm kühl gewesen (also eigentlich viel zu kalt).

Das Mittagessen nehmen wir im Hotel „Moselschlösschen“ auf einer schönen Terrasse fast direkt an der Mosel ein. Es ist fein und gemütlich, jedenfalls bis auf dem Strässchen unterhalb der Terrasse ein Kanalreinigungsfahrzeug vorfährt und tatsächlich beginnt, seinen Unrat in die Kanalisation abzupumpen. Zuerst lärmt es „nur“, aber alsbald beginnt es grässlich zu stinken. Zum Glück sind wir schon fertig mit dem Essen und können den Ort fluchtartig verlassen. Wir sind ziemlich sprachlos ob dieser Aktion.

Etwas weiter unten an der Mosel gibt es zum Dessert noch eine Kugel Eis aus der Eismanufaktur, hergestellt von der Konditormeisterin Katarzyna Grabowska. Die Eismanufaktur bietet übrigens auch ein Hundeeis an, hergestellt aus Quark und Leberwurst. Ich habe dann doch lieber Schokolade genommen.

An vielen Fassaden gibt es Figuren, hier einer, der zu viel getrunken hat …