{"id":8305,"date":"2013-09-03T22:00:55","date_gmt":"2013-09-03T20:00:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brige.cyon.site\/?p=8305"},"modified":"2024-10-26T09:45:46","modified_gmt":"2024-10-26T07:45:46","slug":"westerwaldsteig-tag-2-herborn-breitscheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brige.ch\/?p=8305","title":{"rendered":"Westerwaldsteig Tag 2: Herborn \u2013 Breitscheid"},"content":{"rendered":"<p>Muckm\u00e4uschenstill war es letzte Nacht, ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. Das gute Essen, der Wein und die Kanzlerwahldiskussionen und Diskussionsnachbereitungen am TV haben sicher zum tiefen Schlaf mitgeholfen.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchst\u00fcckssaal sind wir die einzigen Wanderg\u00e4ste; jedenfalls stechen wir mit unseren kurzen Hosen ziemlich heraus. Das Lunchpaket k\u00f6nnen wir uns gleich selber am Buffet richten. Dann geht es schon bald los. Das Wetter ist herrlich, Sp\u00e4tsommer, eine angenehme W\u00e4rme empf\u00e4ngt uns schon 9 Uhr morgens.<\/p>\n<p>Wir queren Herborn, die \u00abFachwerkperle an der Dill\u00bb, wie sie sich selber nennt, und nehmen die erste Etappe des Westerwaldsteigs in Angriff. Die Route ist augezeichnet ausgeschildert, man kann nicht falsch gehen. Der Weg schl\u00e4ngelt sich stellenweise entlang der Bundesautobahn ins Nachbardorf, wo die erste Herausforderung auf uns wartet, der Weg ist n\u00e4mlich mit rotweissem Plasticband mit dem Aufdruck \u00abLebensgefahr Jagd Nicht Queren\u00bb abgesperrt. Also queren wir nicht, sondern stechen durchs Unterholz auf einen anderen Weg, der uns sp\u00e4ter wieder auf die Originalroute f\u00fchrt. Die Autobahn unterqueren wir unter einem beeindruckenden Viadukt. Langsam wird das Rauschen leiser und die Natur mehr.<\/p>\n<p>In Uckersdorf, nach etwa anderthalb Stunden, endet bereits unser Vorhaben, den Westerwaldsteig fehlerfrei abzuwandern. Mitten im Dorf verlieren wir vor lauter B\u00fcsistreicheln den Faden. Nach kurzem Suchen stossen wir wieder auf die Zeichen mit dem gr\u00fcnen geschwungenen W auf weissem Grund. Vermutlich haben wir die Orientierung auch deshalb verloren, weil unser Blutzucker im Keller war; also rasten wir bei einem der zahlreichen B\u00e4nke und verzehren unsere Sandwiches. Mittlerweile ist es bew\u00f6lkt und etwas frisch geworden. Ist vielleicht doch etwas dran am lokalen Spruch, im Westerwald sei es neun Monate kalt und drei Monate Winter?<\/p>\n<p>Wir lassen uns nicht beeindrucken und wandern weiter. Schon von weitem l\u00e4rmt der Steinbruch von Erdbach. Das Dorf selber umgehen wir auf der Wanderroute, die uns zu drei pr\u00e4historischen H\u00f6hlen f\u00fchrt, die wir ebenfalls besichtigen. Auch Neandertaler sollen hier in der Gegend gelebt haben. Wir aber treffen keinen Menschen an, weder pr\u00e4historische noch aktuelle.<\/p>\n<p>Kurz darauf treffen wir in Breitscheid ein, unserem ersten Etappenort. Hier m\u00fcssen wir nochmals ordentlich gehen, bis wir die Pension gefunden haben, die sich direkt am Waldrand am Rand der Gemeinde befindet. Als wir ankommen, sind wir die einzigen G\u00e4ste. Sch\u00f6n ist&#8217;s und ruhig. Das \u00e4ndert, als eine Gruppe \u00e4lterer Amerikanerinnen die Pension in Beschlag nimmt.<\/p>\n<p>Das \u00e4ltere Ehepaar, das die Pension f\u00fchrt, gibt sich alle erdenkliche M\u00fche, unseren Aufenthalt so angenehm wie m\u00f6glich zu gestalten. Der Hausherr, immerhin 84 Jahre alt, besteht darauf, uns pers\u00f6nlich in die Gastst\u00e4tte zu chauffieren, die er uns empfohlen hat. Im Landgasthof Str\u00f6hmann essen wir wunderbar gut und viel. Sp\u00e4ter lassen wir uns wieder von unseren \u00abChauffeur\u00bb abholen, weil er ausdr\u00fccklich darauf bestanden hat. Bei der R\u00fcckfahrt erz\u00e4hlt er uns von seinen Besuchen der Soldatenfriedh\u00f6fe in der Normandie. Wir sind beeindruckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Muckm\u00e4uschenstill war es letzte Nacht, ich habe geschlafen wie ein Murmeltier. Das gute Essen, der Wein und die Kanzlerwahldiskussionen und Diskussionsnachbereitungen am TV haben sicher zum tiefen Schlaf mitgeholfen. Im Fr\u00fchst\u00fcckssaal sind wir die einzigen Wanderg\u00e4ste; jedenfalls stechen wir mit unseren kurzen Hosen ziemlich heraus. Das Lunchpaket k\u00f6nnen wir uns gleich selber am Buffet richten. 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