{"id":8490,"date":"2013-10-26T22:00:11","date_gmt":"2013-10-26T20:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.brige.cyon.site\/?p=8490"},"modified":"2024-10-26T09:45:45","modified_gmt":"2024-10-26T07:45:45","slug":"101-taeler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.brige.ch\/?p=8490","title":{"rendered":"101 T\u00e4ler"},"content":{"rendered":"<p>Vor f\u00fcnf Jahren waren wir das letzte Mal im Tessin. Da vergisst man fast, wie sch\u00f6n es ist und wie gut es riecht. Gestern sind wir mit Zug und Bus nach Ascona gereist, haben im Romantikhotel Castello Seeschloss unser Zimmer bezogen, einen Spaziergang durch das St\u00e4dtchen gemacht und fein zu Abend gegessen.<\/p>\n<p>Heute wollen wir nat\u00fcrlich wandern, denn die Wetterprognose verspricht 20 Grad und wenn auch nicht wolkenlosen Himmel, so doch einige Sonnenstunden. Mit dem Bus fahren wir zur Station Solduno und nehmen dort die Centovallibahn nach Intragna. Der Wanderweg f\u00fchrt mitten durch den h\u00fcbschen Dorfkern, vorbei an der markanten Kirche. Dann geht es auf dem alten gepflasterten Saumweg aufw\u00e4rts. Sofort m\u00fcssen wir unsere Jacken ausziehen \u2013 wir werden sie f\u00fcr den Rest des Tages nicht mehr brauchen. Es geht steil bergauf, am Anfang noch zwischen H\u00e4usern, dann immer mehr im Wald, und der Weg ist h\u00e4ufig \u00fcbers\u00e4t mit Kastanien und ihren stachligen H\u00fcllen, die aussehen wie Seeigel. Viele Marroni hat es, gl\u00e4nzend dick und prall liegen sie da, und ich m\u00f6chte sie am liebsten alle aufsammeln, so fein sehen sie aus. Irgendwann sehe ich sie auch von den B\u00e4umen fallen, und als die erste haarscharf an meinem Kopf vorbeisaust, finde ich sie pl\u00f6tzlich ein bisschen weniger attraktiv.<\/p>\n<p>Bald kommen wir nach Pila; man h\u00e4tte dieses \u00d6rtchen auch per Seilbahn von Intragna aus erreichen k\u00f6nnen. Und weiter geht es bergauf, der Schweiss fliesst in Str\u00f6men. Aber der Blick ins Centovalli hinunter und teileweise bis zum Lago Maggiore entsch\u00e4digt f\u00fcr die M\u00fchen. Zudem zeigt sich der Herbstwald in den sch\u00f6nsten Farben, und auch die Sonne lugt ab und zu zwischen den Wolken hervor. Noch vor Calascio, das auf 1&#8217;013 Metern in einer Lichtung auf einem Sattel liegt, machen wir eine Pause und verzehren ein feines Sandwich aus dem Romantik-Lunchpaket.<\/p>\n<p>Nun geht es nochmals gut zweihundert Meter hinauf, und dann folgen wir der H\u00f6henkurve um den Aula, und zwar auf der Seite des Onsernonetals \u2013 der Hang ist steil und die Aussicht grossartig! Die Tessiner H\u00f6henkurven erweisen sich als heimt\u00fcckisch: Bald geht es wieder bergauf, wir m\u00fcssen ja zur\u00fcck Richtung Centovalli. Bei Madonna della Segna rasten wir noch einmal. Das Wetter ist immer sch\u00f6ner geworden, und wir k\u00f6nnen uns nicht sattsehen an der Farbenpracht der W\u00e4lder.<\/p>\n<p>Dann folgt der Abstieg nach Verdasio. Die Bahnstation liegt ein gutes St\u00fcck unterhalb des Dorfes, und trotz des Rekordtempos, das wir vorlegen, verpassen wir das B\u00e4hnchen knapp. So heisst es eine Stunde warten. Wir nutzen die Zeit, um noch einmal so richtig Sonne zu tanken. Ich f\u00fcrchte, es ist das letzte Mal dieses Jahr.<\/p>\n<p>Fotos gibt es wie immer auf <a href=\"https:\/\/picasaweb.google.com\/115945855311853780421\/Centovalli\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Picasa<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor f\u00fcnf Jahren waren wir das letzte Mal im Tessin. Da vergisst man fast, wie sch\u00f6n es ist und wie gut es riecht. Gestern sind wir mit Zug und Bus nach Ascona gereist, haben im Romantikhotel Castello Seeschloss unser Zimmer bezogen, einen Spaziergang durch das St\u00e4dtchen gemacht und fein zu Abend gegessen. 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