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Moselsteig Etappe 1 von Schweich nach Mehring

Unser Hotel bietet Frühstück (oder wie Friedrich Dürrenmatt sagen würde: Morgenessen) ab 6.30 Uhr. Das kommt uns entgegen, denn wir wollen an diesem Hitzetag früh los. Vor dem Abmarsch organisieren wir aber noch ein Taxi, das uns am Ende der Etappe nach Schweich zurückbringt. Und natürlich statten wir der Bäckerei Wintrich einen Besuch ab. Unsere Roggenbrötchen werden an Ort und Stelle frisch belegt. Dann geht es los, und bevor wir Schweich verlassen, fällt uns eine Gottesanbeterin praktisch vor die Füsse.

Europäische Gottesanbeterin, vermutlich ein Männchen

Nun aber verlassen wir Schweich, indem wir die Autobahn unterqueren, und schon sind wir im ersten Rebberg unserer Tour. Es geht gleich hoch – zum Glück ist die Temperatur noch angenehm. Auch hier herrscht eine extreme Trockenheit. Die Reben sind schön grün, sie werden bewässert, das sehen wir später noch mit eigenen Augen, aber die Wiesen sind ockerfarben, alles ist verdorrt. Wir steigen hoch zum Stadtwald oberhalb der Reben. Hier stehen viele Eichen und wir haben prächtige Aussichten ins Moseltal.

Blick moselaufwärts, rechts Schweich

Vom Stadtwald geht es Richtung Mehringer Berg, also weiter bergauf. Ein sehr schöner Ort. Hier gibt es im Frühling sicher schön blühende Wiesen, aber jetzt … zum Glück war ich dieses Jahr schon auf vielen Botanikexkursionen, so dass es reicht bis zum nächsten Jahr.

Auf dem Mehringer Berg (418,7 m ü. NHN)

Nun geht es in umgekehrter Reihenfolge wieder Richtung Tal. Zuerst durch Wald und dann durch den Rebberg oberhalb von Mehring. Aber zuerst suchen wir uns einen schattigen Rastplatz, denn wir sind durstig und hungrig geworden. Wie praktisch, dass ein umgebautes 10’000-Liter-Weinfass am Weg steht, darin ist es angenehm kühl.

Wir fühlen uns wie Hobbits

Anschliessend geht es den heissen, steilen Rebberg hinab, man fühlt sich wie in Visperterminen. Wir sehen Blauflügelige Ödlandschrecken – ich kenne die eigentlich nur, weil sie 2023 Tier des Jahres war. Und wir sehen, wie die Rebstöcke bewässert werden, nämlich mittels einer Leitung, aus welcher punktgenau Wasser auf die einzlnen Pflanzen tröpfelt. Allerdings ist oben irgendwo ein Anschluss defekt, denn auf einer Bahn Rebstöcke kommt uns ein kleiner Murgang entgegen – das schöne Wasser! Da wird noch jemand fluchen …

Wir erreichen nun Mehring an der Mosel und überqueren den Fluss, der übrigens furchtbar aussieht: voller Algen, nicht einmal den kleinen Zeh würde ich da reinhalten.

Grüsel-Mosel, zur Zeit ist das Wasser rund 25 Grad warm – während der letzten Hitzewelle waren es über 30 Grad

Nun müssen wir noch einen Anstieg von rund 300 Metern unter die Füsse nehmen, und der hat es in sich. Er ist steil und schweisstreibend, immerhin befinden wir uns in der Mehringer Schweiz. Es ist jetzt auch sehr warm geworden. Zum Glück sind wir im Wald unterwegs! Aber das Schwitzen und Schnaufen wird belohnt: Die Aussicht vom Kumer Knüppchen (mit Gipfelkreuz!) ist grandios! Wir machen eine Verpflegungspause und geniessen die Ausblicke.

Blick zurück moselaufwärts, links Riol

Nun sind es nur noch gut 2 Kilometer bis zum Parkplatz, wo unser Taxi bereits wartet (“ich konnte gerade eine Zigarette rauchen“). Im angenehm klimatisierten Fahrzeug lassen wir uns zurück nach Schweich chauffieren, wo wir nochmals im gleichen Hotel nächtigen.

{ 1 comment… add one }
  • Eva 30. Juli 2026, 11:32, 11:32

    Eure Berichte sind gäng wie gäng prächtig. Seien es schöne Ausblicke oder indiskrete Einblicke.
    Warm ist es auch hier, aber das Moseltal ist offenbar auch nicht auf der kühlen Seite.
    Die schöne Aufnahme von der Gottesanbeterin könnte die NABU interessieren, ich habe zufällig einen
    Bericht gelesen, dass sie an Nachweisen interessiert sind.
    Waren die Brötli von der Frau Wintrich gut? Ich hoffe,dass ihr von weiteren Situationen verschont
    bleibt und den Trip geniessen könnt . Liebe Grüsse aus dem Aaretal

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