Wir sind gerade in einem sehr touristischen Gebiet. Es gibt jede Menge Campingplätze, Gasthäuser und Winzer, die ihren Wein verkaufen wollen. Deshalb gibt es hier vermutlich sehr gute Busverbindungen. In nur 11 Minuten brettern wir von Senheim zurück nach Bremm, wo unsere Etappe heute mit dem Aufstieg auf den Calmont startet. Ich kenne diesen Berg ja erst seit ein paar Tagen, aber er lockt viele Besucher an, da hier mit 68 Grad Neigung eine der steilsten Lagen weltweit zu finden ist. Durch den Weinberg, der sich am Südhang einer Moselschleife befindet, gibt es einen „Klettersteig“, der allerdings nichts mit Klettern zu tun hat, sondern einem anspruchsvollen Bergwanderweg gleicht.

Wir wandern nicht durch den Klettersteig, und ich bin froh, denn die Sonne brennt schon morgens um 10 Uhr kräftig vom Himmel. Wir steigen im Wald auf und zwar bis ganz nach oben, wo wir auf dem Plateau den Calmont abschreiten.

Es gibt mehrere tolle Aussichtspunkte, von denen man talauf- und abwärts äugen kann.

Beim Gipfelkreuz gibt es eine Strausswirtschaft, und tatsächlich sitzt eine ganze Gruppe Frauen beim Frühstück. Wir wandern weiter auf dem schönen Plateau zum Römischen Bergheiligtum und zum Vierseenblick.

Am Ende des Calmonts müssen wir nach Ediger-Eller absteigen, und zwar extrem steil durch Fels und Wald. Nun kommen uns auch immer mehr Wanderer entgegen, die entweder auf dem gleichen Weg wandern wie wir oder zum Klettersteig wollen – oder gar keine Ahnung haben, wo sie hinwollen und auch kein Wasser dabei haben. Es gibt sie tatsächlich, diese unvernüntigen Menschen, die einfach losgehen ohne Sinn und Verstand.

In Ediger-Eller steigen wir vom Dorf gleich wieder hoch in die Weinberge, und bald sind wir wieder alleine unterwegs. Leider finden wir kein Schattenplätzchen für die Mittagspause, deshalb halten wir sie kurz. Es ist nach zwei angenehmen Tagen wieder richtig heiss geworden, und Wolken sind auch keine in Sicht.

Heute sehen wir auch zum ersten Mal Pfirsichbäume, die teilweise in den aufgegebenen Rebhängen angepflanzt werden, um sie weiter zu bewirtschaften.

Wir nähern uns nun Senhals, wo wir wieder ins Tal absteigen und die Mosel überqueren, um nach Senheim zu gelangen. Nur noch ein letzter Blick von oben:
