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Salzalpensteig Tag 11: von Golling nach Abtenau

Heute schifft es den ganzen Tag. Es ist unglaublich, wie viel Regen dieses Salzburgerland produzieren kann. Aber wir haben ja gutes Regenzeug und lassen uns die heutige Etappe nicht nehmen.

Almen an der Lammeregg

Auf guten Wegen überqueren wir die Almen der Lammeregg und laufen Richtung Lammertal. Die Nässe, der Nebel, die Gebirgslandschaft, das alles erinnert mich an die Ferien als Kind im Klöntal. Heutzutage ist man sich solches Sommerwetter gar nicht mehr gewohnt.

Die Lammer tost in ihrem Bett und wir folgen ihr in ein hübsches Tal mit einigen Höfen und Weilern. Wir beobachten, wie ein Bauer gerade seine Ziegenherde von einer Weide auf die andere lockt, zuerst mit dem Auto, später auf dem Motorrad, weil die Ziegen störrisch sind. Es ist höchst amüsant!

Vorne gibt’s Futter!

In Oberscheffau verlassen wir die Lammer und betreten das Tal des Schwarzerbachs. Weiter oben gibt es eine alte Mühle und zwei, drei Wasserfälle. Na ja, Wasserfälle kennen wir ja, denken wir. Bei diesem Wasserstand ist aber schon der Schwarzerbach das reinste Wildwasser.

Tosender Schwarzerbach

Und hinten bei der Mühle treffen sich zwei Gebirgsbäche, beide brausen über mehrere Stufen, es ist grandios.

Netter Schwarzerbachfall

Wir folgen weiter dem Schwarzerbach bergauf, und dann kommt erst das richtige Spektakel: der Winnerfall! Normalerweise würden wir ihn zu dieser Jahreszeit gar nicht sehen, denn er ist ein unterirdischer Überlauf der Schwarzerbachquelle und nur bei starkem Grundwasserzustrom «in Betrieb» wie beispielsweise während der Schneeschmelze oder eben, wenn es so schüttet wie in diesen Tagen. Unmengen von Wasser schiessen donnernd und tosend rund sechzig Meter die Felsstufen hinab, es spritzt und produziert einen Wind voller Gischt. Gut, haben wir die Regenkleidung sowieso schon an.

Der Winnerfall und die arme Kamera …

Nun geht es weiter wieder Richtung Lammertal. Langsam bekommen wir Hunger und Durst, aber die lieben Österreicher haben zwar viele Sitzgelegenheiten für die Wanderer aufgestellt, aber keinen einzigen Unterstand, wo man sich trockenen Hauptes verpflegen könnte. Wir finden eine Hütte mit Gerätschaften, wo wir uns wenigstens unters Vordach stellen können, um ein Sandwich zu essen. Der Wald ist wunderschön, aber alles ist tropfnass.

Weiter unten führt uns der Salzalpensteig an zwei weiteren Wasserfällen vorbei, dem Tricklfall und dem Dachserfall. Der Dachserfall ist hübsch, sein Wasser kommt aus mehreren Öffnungen, das sieht lustig aus. Aber dem Winnerfall können beide nicht das Wasser reichen.

Langsam sind wir des Regens überdrüssig und freuen uns auf das Hotel Post in Abtenau, das wir über einen Zuweg von einem Kilometer erreichen. Der Wirt ist sehr nett und zeigt uns gleich den Skiraum neben dem Heizungskeller, wo wir unsere Schuhe trocknen können.

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Gestern Nachmittag begann es zu regnen. Erst leicht, dann immer stärker. Der Regen hielt die ganze Nacht an, ich bin zweimal kurz wach geworden und hörte es prasseln. Am Morgen früh sehen wir das Nachbarhaus nicht mehr, Wolken oder Nebelschwaden, es ist einfach alles weiss draussen. Es regnet immer noch.

Im Frühstücksraum herrscht eine seltsam gedämpfte Stimmung. Das Hotel bietet Yoga- und Ayurveda-Seminare sowie Fasten- und Azidosekuren an. Heute morgen scheint das die anderen Gäste nicht fröhlich zu stimmen. Wir aber langen tüchtig zu am feinen Buffet, in Österreich darf man das ohne Maske und völlig selbstständig tun.

Wir haben Glück, beim Losgehen hört der Regen auf. Aber alles ist feucht, es schmatzt bei jedem Schritt unter der Sohle, die Böden sind getränkt. Das kann ja heiter werden, uns steht später ein steiler Abstieg bevor.

Feucht.
Feucht.

Vorerst steigt es aber bis auf 1100 Meter, dann folgen wir der Höhenkurve während längerer Zeit durch den Wald. Wir begegnen keiner Menschenseele. Dann kommt der steile Abstieg ins Tal der Salzach. Mehr oder weniger im direkten Gefälle auf einem lehmigen Dreckpfad, durchsetzt mit nassglänzenden Steinen und Wurzeln geht es hinunter auf 460 Meter. Wenn das nur gut geht.

Glitschiger Weg.
Glitschiger Weg.

Es geht etwa 10 Minuten gut, dann geht es gar nicht mehr gut. Ich rutsche aus und krache mit voller Wucht auf den Boden. Der Dreck zieht sich an der linken Körperseite von unten (Schuhe, Socken) bis oben (weisse Dächlikappe).

Sturzspuren.
Sturzspuren.
Grobreinigung am Bach.
Grobreinigung am Bach.

Also noch vorsichtiger. Auch Brige kommt zwischendurch arg ins Rudern, kann sich aber auf den Füssen halten.

Im Abstieg kommen wir am Kuchler Schleierfall vorbei und profitieren von den starken Niederschlägen letzte Nacht. Das Wasser schiesst hinunter und zerstiebt. Ganz anders als in den offiziellen Werbungen.

Der Schleierfall.
Der Schleierfall.

Wenig später kommen wir mitten im Wald an einem Schweinegehege vorbei, wo die grosse Aufregung ausbricht, weil die Schweine meinen, es gebe zu fressen. Alle Tiere stürmen nach unten.

Schweinerei (vorne und hinten).
Schweinerei (vorne und hinten).

Wir sind froh, als wir endlich unten im Tal die Salzach erreichen.

Bei Kuchl queren wir die Brücke über die Salzach.
Bei Kuchl queren wir die Brücke über die Salzach.
Salzach führt Hochwasser.
Die Salzach führt Hochwasser.

Der Weg verläuft etwa 10 Kilometer flussaufwärts entlang der Salzach, manchmal weiter und manchmal enger. Und manchmal sehr eng:

Eingezwängt zwischen Eisenbahnlärmschutzwand und Schrebergärten.
Eingezwängt zwischen Eisenbahnlärmschutzwand und Schrebergärten in der Nähe von Golling.

Dann geht es entlang der Lammer und der Weg …

Eisenbahnbrücke über die Lammer.
Eisenbahnbrücke über die Lammer.

… führt dann in eine Schlucht, die uns den Atem verschlägt. Die sogenannten Salzachöfen bilden eine rund 80 Meter tiefe Schlucht, an deren Rand der Salzalpensteig verläuft.

Etwa 80 Meter tief ist es hier.
Etwa 80 Meter tief ist es hier.

Im hinteren Teil kann man in die Schlucht hinabsteigen und wird mit grandiosen Blicken auf das tosende Wasser und die markanten Spuren im Gestein belohnt. Dafür heisst es aber: Treppen steigen!

Treppen in der Schlucht.
Treppen in der Schlucht.
Mehr Treppen.
Mehr Treppen.
Noch mehr Treppen.
Noch mehr Treppen.

Aber die Einblicke sind es wert.

Blick hinunter.
Blick hinunter.
Wege auf allen Höhen.
Wege auf allen Höhen.
Im Dom.
Am tiefsten Punkt im sogenannten Dom.
Im Dom.
Im Dom.
Erschrocken?
Erschrocken vom Blitzlicht?
Blick auf die Salzach.
Blick auf die Salzach.

Dann steigen wir alles wieder hoch und erreichen nach wenigen Schritten das heutige Tagesziel, den Gasthof Pass Lueg, wo uns eine fröhliche holländische Gastgeberin erwartet.

Mich erwartet auch noch die etwas weniger fröhliche Kleiderreinigung.

Feinreinigung.
Feinreinigung.

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Salzalpensteig Tag 9¾: Berchtesgaden

Heute beziehen wir unseren verspäteten Ruhetag, da es den ganzen Tag regnen soll. Aber als wir vom Hotel «Stoll’s Alpina» in Schönau zur Bushaltestelle hinunterlaufen, hat es zwar viele Wolken, aber es ist trocken. So beschliessen wir, die anderthalb Kilometer zu Fuss nach Berchtesgaden hinabzumarschieren.

Als erstes wollen wir ein paar Sachen einkaufen und besuchen dazu den «Rewe» gegenüber vom Bahnhof. Auf dem Parkplatz herrscht reger Betrieb, ganze Einkaufswagenladungen verschwinden in den Kofferräumen der riesigen Autos.

Dann überlegen wir uns, die Dokumentation Obersalzberg zu besuchen. Wir haben nämlich festgestellt, dass wir gestern praktisch durch das «Führersperrgebiet» gewandert sind. Die Nationalsozialisten nisteten sich in den dreissiger Jahren am Obersalzberg ein, und zum Schluss wurde das Gebiet abgeriegelt und streng bewacht: Es wurde eben zum Führersperrgebiet.

Planet Wissen: Führersperrgebiet

Wikipedia: Führersperrgebiet

Da das Dokumentationszentrum etwas abgelegen liegt, verwerfen wir die Idee des Besuchs und steigen stattdessen ins alte Zentrum von Berchtesgaden hoch. Berchtesgaden ist übrigens ein Markt, das ist eine Zwischenstufe zwischen Gemeinde und Stadt.

Häuserzeile Nonntal

Wir trinken Kaffee, schlendern durch die Fussgängerzone und schauen uns dann in Nonntal die Baudenkmäler an.

Nach einem kleinen Mittagessen beim Italiener laufen wir wieder zum Bahnhof hinunter, wo wir den Bus nehmen und bis kurz vor die Grenze zu Österreich fahren. Nun beginnt es tatsächlich wieder leicht zu regnen, aber der Fussmarsch zum Hotel in Bad Dürrnberg dauert nur zehn Minuten.

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Gestern bei der Grünsteinhütte haben wir die Hälfte des gesamten Salzalpensteigs zurückgelegt, weshalb in unserem offiziellen Reiseprogramm für heute ein Ruhetag vorgesehen war. Wir bleiben zwei Nächte in einem etwas angejahrten Hotel in Schönau.

Weil der Wetterbericht für morgen aber einen Regentag voraussagt, beschliessen wir, die morgige Etappe bereits heute zu wandern und den Ruhetag auf morgen zu verlegen. Heute sollte das Wetter bis etwa 15 Uhr gut mitspielen, das reicht also locker, denken wir …

Vom Hotel erreichen wir in einer Viertelstunde wieder den Salzalpensteig.

An der Königsseer Ache. Das Wetter: hervorragend!
An der Königsseer Ache. Das Wetter: hervorragend!

Wir folgen der Königsseer Ache, queren die Triftstegbrücke, wo die Holzknechte vor 150 Jahren schuften mussten und wohl gleich schwitzten wie wir jetzt, es ist nämlich drückend schwül.

Triftstegbrücke.
Triftstegbrücke.

Der Weg führt jetzt südlich von Berchtesgaden durch den Wald, wir blicken auf Berchtesgaden,

Blick auf Berchtesgaden.
Blick auf Berchtesgaden.

auf die Watzmann-Therme, eine riesige Hallenbad-Aquafun-Sole-Plausch-Anlage, und auf das Salzbergwerk, das seit 1517 in Betrieb ist. Dann passieren wir den Eingang zur Moserrösche, einem alten Stollen, aus dem Grundwasser aus dem Salzbergwerk gepumpt worden ist.

Eingang zur Moserrösche.
Eingang zur Moserrösche.

Unser Weg führt immer noch flach durch den Wald. Zweimal durchqueren wir rund 50 Meter lange Stollen, stockdunkel, aber schnurgerade, man sieht zum Glück das andere Ende. Angenehm kühl ist’s in den beiden Stollen!

Vor dem Stollen.
Vor dem Stollen.
Im Stollen.
Im Stollen.

Bei Untersalzberg beginnt der Weg zu steigen, und in kürzester Zeit sind wir schweissnass. Der Blick zurück zeigt die instabile Wetterlage, dunkle Wolken ziehen auf. Wir verschärfen das Tempo.

Das Wetter: eher mittelprächtig.
Das Wetter: eher mittelprächtig.

Auf 800 M.ü.M. queren wir eine Strasse, setzen uns auf eine Bank und diskutieren das weitere Vorgehen, denn die dunklen Wolken sind bedrohlich nahe. Wir beschliessen, die 260 Höhenmeter zur nächsten Strasse hochzueilen, denn dort befindet sich die Bushaltestelle Heissbäck, wo in 40 Minuten der Bus fährt. Gesagt, getan. Wir zischen bergwärts. Natürlich beginnt es genau jetzt zu regnen und zwar nicht zu knapp. Also alles halt, Kamera verstauen, Schutzhülle über den Rucksack, Wanderschirm hervor und weiter. Wir schwitzen. Aber wir kommen pünktlich an der Haltestelle an und lassen uns auf der Panoramastrasse, die heute ihrem Namen nicht gerecht wird, zurück nach Berchtesgaden chauffieren.

Die Haltestelle befindet sich etwa zwei Kilometer entfernt von unserem nächsten Etappenort, wir können die Etappe also mit gutem Gewissen als «erledigt» abhaken. Morgen werden wir bis hierher mit dem Bus hochfahren und zu Fuss zum Hotel spazieren.

Mittlerweilen schüttet es richtig. Wir beschliessen, vom Busbahnhof Berchtesgaden zum Hotel zurückzuwandern. Nach wenigen Schritten reisst es auf, die Sonne strahlt mit Julikräften, alles dampft, und wir machen den ganzen Kleiderfez retour. An der Königsseer Ache nutzen wir das Wandermobiliar für eine Rast, wir sind ordentlich hungrig, weil wir wegen der Busfahrt noch keine Gelegenheit hatten, uns zu verpflegen. Die Sitzbank ist noch etwas feucht, also kommen unsere Sitzkissen zum ersten Mal zum Einsatz. Brige ist begeistert.

5 bar. Mindestens.
5 bar. Mindestens.
Ob das Ventil das aushält?
Ob das Ventil das aushält?
Aber nicht doch!
Aber nicht doch!
So, jetzt sind alle Sitzkissen korrekt ausgerichtet!
So, jetzt sind alle Sitzkissen korrekt ausgerichtet!
Hier sind nicht nur die Brote voll belegt.
In 5 Sekunden verschwinden die Schirme aus dem Bild.

Vom Rastplatz ist es nur noch einen Spaziergang bis zum Hotel, aber auch jetzt kommen wir nochmals ordentlich in Schwitzen, bis wir den Sulzbergkopf umrundet haben. Müde, aber zufrieden kommen wir im Hotel an.

War's jetzt heute schön oder nicht schön?
War’s jetzt heute schön oder nicht schön?

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Salzalpensteig Tag 8: von Ramsau nach Schönau

Den Tag starten wir heute mit einem feinen Frühstück auf der Sonnenterrasse des schönen Berghotels «Rehlegg». Ausserdem haben wir «Brotzeitpackerl» bestellt, müssen uns also auch nicht um die Wanderverpflegung kümmern.

Die heutige Etappe wird lang und beginnt mit dem steilen Aufstieg durch die Schlucht, durch welche wir gestern zum Hotel abgestiegen sind. Wir sind also bereits nassgeschwitzt, als wir den Salzalpensteig wieder erreichen.

O Sole Mio

Dann geht es aber wieder auf dem Weg der alten Soleleitung halbhoch im Hang talwärts Richtung Berchtesgaden. Man kann sich das etwa vorstellen wie die Via Engiadina, aber noch etwas komfortabler. Der Blick in die Berge und Seitentäler ist prächtig.

Blick in ein Seitental voller Geröll

Beim «Söldnköpfl» – es ist schon das zweite Bergrestaurant auf dem Weg heute – steigen wir gut 300 Meter steil talwärts, um ganz unten die Ramsauer Ache zu überqueren und auf der gegenüberliegenden Talseite wieder rund 600 Meter hochzukraxeln auf die Grünsteinalm, die auf 1’220 Metern Höhe liegt.

Wir sind nicht die einzigen auf dieser Route. Ausgesprochen viele Wanderer sind unterwegs, und an einer besonders steilen Stelle gibt es einen Stau fast wie am Hillary Step des Mount Everest.

Dann erreichen wir endlich nicht nur den höchsten Punkt unserer heutigen Etappe, sondern auch die Mitte des gesamten Salzalpensteigs. Durch einen engen Einschnitt blicken wir hinunter zum Königssee.

Der Abstieg in diesem Couloir ist etwas mühsam, da es sehr steil ist und man praktisch auf Kies läuft. Entsprechend rutschig ist es, und man macht am besten kleine Pinguinschritte.

Der Alpenpinguin

In der Wand des Grünsteins zu unserer Linken entdecken wir Kletterer in einem Klettersteig, und als wir im Tal ankommen, stossen wir als erstes auf die Kunsteisbahn Königssee. Hier wird im Winter gerodelt, Bob und Skeleton gefahren.

Ist da jemand?

Am Königssee selbst hat es unglaublich viele Touristen, so dass wir gleich weitermarschieren zu unserem Hotel, das in Schönau auf einem Hügel gelegen ist. Hier werden wir nun zwei Nächte verbringen, da morgen Ruhetag ist.

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Salzalpensteig Tag 7: von Bischofswiesen nach Ramsau

Heute starten wir etwas früher als sonst, denn wir müssen im Dorf unten den Bus um 08.31 Uhr erwischen, der uns talaufwärts zu der Stelle fährt, wo wir gestern den Salzalpensteig verlassen haben. Wir werfen einen Blick zurück auf das schöne Hotel mit dem Teich, wo die ersten bereits am Baden sind. Mutig, es war sehr kühl in der Nacht.

Naturteich des Hotels Reissenlehen.
Naturteich des Hotels Reissenlehen.

Der schmale Pfad ins Dorf führt über eine blumenübersäte Wiese, wo auch der Wiesenklee blüht.

Wiesenklee.
Wiesenklee.

Wenige Meter weiter kommt der Watzmann ins Blickfeld mit dem kleinen Watzmann links und dem grossen Watzmann rechts.

Watzmann-Gruppe.
Watzmann-Gruppe.

Diese Route kann auch begangen werden; die sogenannte Watzmannüberschreitung dauert 12 bis 15 Stunden. Ein Extremsportler aus Ramsau, unserem heutigen Zielort, hat die Strecke vor wenigen Tagen in einer neuen Rekordzeit von 2 Stunden 47 Minuten absolviert. Nichts für uns …

Beim Campingplatz Winkl starten wir unsere Etappe und steigen auf einem schönen Waldweg hoch zur Mordaualm. Dort geniessen wir um 10 Uhr ein Chacheli Kaffee, das hier «Haferl» heisst, blinzeln in die Sonne und sind zufrieden. So zufrieden, dass Brige beim Weitergehen ihre Kamera vergisst und zurückeilen muss.

Mordaualm.
Mordaualm.

Wir sind richtig in den Bergen, die Aussicht ist toll.

Blick auf den Rotpalfen.
Blick auf den Rotpalfen.

Der Abstieg Richtung Zipflhaus ist zuerst steil, dann folgt der Weg mit ganz leichtem Gefälle einer alten Soleleitung und alles ist gut.

Jetzt wird alles gut.
Jetzt wird alles gut.

Beim Zipflhaus, einer Ausflugs-Beiz an der Strasse, verlassen wir den Salzalpensteig und stechen hinunter in den Schluchtenweg Richtung Ramsau.

Abstieg in der Schlucht.
Abstieg in der Schlucht.

Vor lauter Fotografieren und Parlieren verpassen wir den Stichweg zum Hotel, landen ganz unten in Ramsau und müssen nochmals etwas hochsteigen ins Hotel.

Blick auf ???
Blick auf ???

Dort empfängt uns die Dame an der Rezeption mit einer ganzen Reihe von Formularen, die wir wegen Corona ausfüllen müssen. Wir haben in den letzten Tagen eine ganze Bandbreite von Massnahmen kennengelernt. Klar ist überall: Wer sich im Hotel bewegt, trägt Maske. Immer. Überall stehen Händedesinfektionsgeräte. Die Tische sind entweder auseinandergerückt oder jeder zweite Tisch ist gesperrt. Vielfältig sind die Lösungen am Frühstücksbuffet. Die einen betreiben ein völlig normales Buffet wie zu Vor-Corona-Zeiten, andere halten Plastic-Besteck zum Schöpfen bereit, das nach jedem Gast entsorgt wird, wieder andere erlauben nur Selbstbedienung bei verpackten Lebensmitteln, der Rest wird serviert, im Braugasthof in Bad Reichenhall mussten wir alle Latexhandschuhe am Buffet tragen, und im Ortnerhof in Fuchsau gab es überhaupt kein Buffet, wir wurden direkt beim Eingang abgefangen und an den Tisch geführt, wo wir auf einem Formular ankreuzen konnten, was wir frühstücken möchten. Überall wird intensiv gereinigt und desinfiziert. Die Pandemie ist auch für die Hotellerie und die Gastronomie eine grosse Herausforderung. Aber die Leute machen überall brav mit, mein Eindruck ist, dass man froh ist, dass man überhaupt Urlaub machen kann.

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Es hat ausgeregnet, und die Luft ist frisch und die Temperatur angenehm, perfekt zum Wandern! Wir kehren Bad Reichenhall den Rücken, vorbei an der alten Saline:

Auf den Berggipfeln und in den Tälern hängen zum Teil noch Wolken, aber wir wollen heute nicht besonders hoch hinaus.

Bad Reichenhall

Wir laufen heute mehr oder weniger am Fuss des Lattengebirges durch ein enges Tal Richtung Berchtesgaden. Es ist eine eher unspektakuläre Etappe, aber sie führt wiederum auf schönen Wegen durch die Berge. Es sind einige Leute unterwegs, es ist ja Sonntag und schönes Wetter.

Den kenne ich!

Die B20 und die Bahnlinie folgen der gleichen Richtung. Die Strasse hören wir hin und wieder, und die Bahn müssen wir einige Male überqueren. Die Bahnübergänge sind erstaunlicherweise unbewacht, aber der Zug warnt schon von weitem mit einem lauten Signal.

Die Bahn im Walde
Christof in den Schachtelhalmen

Der Zuweg zu unserem Hotel ist heute vier Kilometer lang, und wir könnten den Bus nehmen. Da wir aber früh dran sind, gehen wir das Stück zu Fuss, und zwar auf Maximilians Reitweg.

Bio-Badi im Bio-Wellness-Hotel

Unser Hotel in Bischofswiesen wartet mit 4 Sternen auf und einem schönen Zimmer, will uns aber kein Abendessen kochen (Ruhetag!). Also machen wir einen Ausflug nach Berchtesgaden, das nur eine Busviertelstunde entfernt ist. Dort ist es ein klein wenig wie in St. Moritz mit teuer gekleideten Leuten, die herumschlendern und Geld ausgeben. Uns gefällt es, und Abendessen bekommen wir auch.

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